03.11.2017 - Ersteinstallung in die ersten umgebauten Abteile

03.11.2017 - Ersteinstallung in die ersten umgebauten Abteile

Ich hatte ja bereits auf der Homepage mitgeteilt, dass wir uns zum 26.09.2017 verbindlich zur Teilnahme an der "Initiative Tierwohl" angemeldet haben. Um nach diesen verbindlichen Statuten an teilnehmende Vermarkter liefern zu dürfen, muß der Schweinehalter zusätzliche Anforderungen an die Haltung seiner Schweine erfüllen, als die, die das Gesetz ihm vorschreibt. Wir haben diese Parameter für uns durchkalkuliert, da trotz aller Tierliebe eine Schweinehaltung ohne Wirtschaftlichkeit nicht möglich ist. Wir und unsere Mitarbeiter müssen von den Erlösen aus der Schweinehaltung leben können. Darum haben wir uns diese Entscheidung nicht einfach gemacht. Vor allen Dingen unser ältester Maststall, mit immerhin 2400 Mastplätzen bereitete uns hierbei Kopfzerbrechen.

Ein wichtiger Baustein und eine Grundanforderung der "Initiative Tierwohl" liegt darin, dass jedem Tier 10 % mehr an Stallgrundfläche zur Verfügung stehen muß. Nun ist es in Deutschland nicht so einfach, zusätzlichen Platz durch einen Neubau herzustellen, da ein Genehmigungsverfahren inzwischen 3 - 5 Jahre dauert. Also fiel für uns diese Lösung aus. Wir entschieden uns für eine andere Lösung - Die Großgruppe ! Statt der vorherigen Buchten mit Gruppengrößen zwischen 12 und 20 Tieren, laufen nun - wie man auf dem Bild erkennen kann - bis zu 150 Tiere in einer Gruppe zusammen. Somit konnten wir Buchten zurückbauen und damit zusätzlichen Platz gewinnen. Es wurden Futtertröge überflüssig und abgebaut, da wir Fütterungseinrichtungen einsetzen, an denen viel mehr Tiere zeitgleich fressen können. Diese Platzersparnis wurde in zusätzlichen Platz für die Tiere umgebaut. Des Weiteren haben wir die zuvor vorhandenen Zentralgänge, die für die Tierkontrolle vorgehalten wurden ebenfalls zur Stallgrundfläche umfunktioniert, so dass wir nun auch selber uns für die Tierkontrolle zwischen den Tieren bewegen. Dies macht zwar für uns die Arbeit deutlich schwieriger, da die Tiere uns als willkommene Abwechslung annehmen und munter unsere Stiefel und Overalls beknabbern - das Mehr an Platz kommt aber dem Wohlbefinden der Tiere entgegen. Also stecken wir natürlich zurück !

Durch diesen Umbau, bekommen die meisten unserer Tiere sogar bis zu 15 % mehr Platz, die Flatdeck Ferkel sogar bis zu 20 % ! Wir hoffen, das sich dieses zusätzliche Platzangebot für uns in der Tiergesundheit und in der Zunahme unserer Mastleistungen, aber auch einfach in dem Wohlbefinden unserer Schweine wiederspiegelt.

Die Buchten, die nun neu entstanden sind, weisen eine Zone für die Fütterung der Schweine auf - Dort steht der Trog, an dem die Schweine Futter aufnehmen können. Eine Weitere Zone ist die Aktivitätszone - Hier finden die Tiere Spielzeug in Form von Spielketten, Holz und einer Scheuermöglichkeit für den Rücken. Des Weiteren finden sich verschiedenste Ruhezonen, in denen die Tiere Rückzugsmöglichkeiten haben und sich aneinanderkuscheln können. Schweine lieben das.

Des Weiteren gewähren wir Tageslicht in den Abteilen, machen jährliche Lüftungs- , Wasser-  und Klimachecks, nehmen am Antibiotikamonitoring und an einer Schlachtbefundauswertung statt und geben den Tiere organisches Beschäftigungsmaterial in Form von Holzscheiten, an denen sie knabbern können. Zusätzlich haben wir in den Abteilen Kühlmöglichkeiten für heiße Tage über eine Berieselungsanlage installiert sowie offene Tränkebecken, aus denen die Schweine Wasser schöpfen können. Futter und Wasser stehen den Tieren immer zur freien Verfügung.

Wir bekommen für all diese teilweise freiwilligen zusätzlichen Leistungen von der "Initiative Tierwohl" eine Prämie von 5,10 € pro Mastschwein. Hierfür verpflichten wir uns, dass jederzeit Kontrolleure unseren Betrieb unangemeldet auf die vereinbarten Parameter kontrollieren dürfen.

Unsere verbindliche Verpflichtung läuft am 01.01.2018 an - Zur Zeit sind wir im Umbau der gesamten Stallungen, was uns wahrscheinlich auch bis Sylvester arg in Anspruch nehmen wird. Bisher sind die ersten 900 Mastplätze umgerüstet und es folgen nun wöchentlich 300 Plätze. Dies erfolgt voll im laufenden System, was zusätzlich höchst anspruchsvoll ist !! Ich halte Euch auf dem Laufenden !! Schaut Euch die Bilder an, dann könnt Ihr Euch ein besseres Bild über unsere Schweinehaltung machen.

06.10.2017 - Maisernte

06.10.2017 - Maisernte

Oder besser nicht - Wir sind bereits seit 10 Tagen in der Maisernte und haben bisher sämtliche außen liegenden Schläge beerntet. Dies machen wir immer so, damit der doch recht große Haufen nicht so groß dimensioniert lange unabgedeckt offen liegt. Die Schlagkraft ist doch bei Entfernungen bis zu 15 km deutlich geringer, so dass wir an diesen ersten Tagen nur täglich um die 800 to einfahren können. Als wir dann vorgestern den ersten hofnahen Schlag beginnen konnten, haben wir zum Vergleich an einem Tag von morgens um 07:00 Uhr bis abends um 19:00 Uhr 1430 Tonnen Silomais geerntet - dies ist gut funktionierenden Maschinen und vor allen Dingen sehr guten Mitarbeitern zu verdanken, die wie ein Uhrwerk funktionieren und genau wissen, worauf es bei der Maisernte ankommt.

Natürlich belasten wir mit dem großen Transportvolumen natürlich auch unsere Mitmenschen hier direkt vor Ort. Wir bitte an dieser Stelle für den Schmutz und die Maisflusen, welche uns von den Anhängern aufgrund des Windes herunterwehen um Entschuldigung. Ganz können wir das leider nicht vermeiden, da uns auch technisch Grenzen gegeben sind. Wir werden aber wie immer die Straßen nach der Ernte wieder reinigen und fahren auch absichtlich nur von morgens um 07:00 bis 19:00 Uhr - damit wir mit den lauten Maschinen nicht unnötig für Störungen sorgen. Des Weiteren sind unsere Kollegen angewiesen, möglichst rücksichtsvoll im Straßenverkehr zu sein. Bitte bedenkt aber auch, dass dort 40 Tonnen mit 40 km/h unterwegs sind, die Fahrer aufgrund des Zeitdrucks einen stressigen Job machen und das Wetter nicht immer zu unseren Gunsten verläuft. Wenn alle Verkehrsteilnehmer an einem Strang ziehen, geht es für alle am Besten. Wir haben ordentliche und sichere Technik, die absichtlich nicht überdimensioniert sind, damit unsere ländlichen Wege und Straßen die Gewichte auch aufnehmen können. Wir halten nichts von einer übermäßigen Belastung über 40 Tonnen.

Die Erträge sind bisher sehr gut. Der Mais ist wieder einmal eine sichere Bank für uns Landwirte. Wir konnten bsiher fast 8.000 Tonnen Mais einfahren. Wir haben nun ungefähr Halbzeit - Der erste Haufen ist bereits abgedeckt und die Silierung ist in vollem Gang. Schaut Euch die Bilder an - ach ja, wer unbedingt mal mitfahren möchte, der braucht nur zu fragen - je nach Gemütslage nehmen die Kollegen auch gerne mal jemanden mit ;-)

 

21.09.2017 - Insektensterben - nicht bei uns !

21.09.2017 - Insektensterben - nicht bei uns !

 

In den neuen Medien (z. B. Facebook) hört man immer öfter, dass selbsternannte Naturschützer der Ansicht sind, wir Landwirte seien Schuld an der gezielten Vernichtung von Insekten und damit auch gleichzeitig an dem nach ihrer Ansicht geringeren Singvogelaufkommen. 

Wir Landwirte beobachten leider sehr oft solche Äußerungen häufig von "Naturschützern", die jedoch von der eigentlichen Materie keinen leisesten Schimmer haben. Auf Facebook und Co können diese laut schreien, da dies relativ Anonym ist und sie geringste Repressalien nach gewissen Äußerungen befürchten müssen. 

Leider ist dies auch gleichzeitig die größte Kritik an den neuen Medien - man braucht sein geschriebenes leider oft nicht an einen gewissen Wahrheitsgehalt binden - derjenige der am agressivsten Postet, hat leider oft auch das Meinungsmonopol für sich erkämpft. 

Wir Landwirte handeln hier statt nur Behauptungen aufzustellen:

Wer Insekten bei Ihrer täglichen Arbeit sehen möchte, der gehe auf die von uns und auch unserem Nachbarunternehmen angelegten Zwischenfrüchte. Wir haben Gemische ausgesät, welche aus vielen verschiedenen Kulturen bestehen. Zur Zeit blüht hier drin gerade die Erbse und der Senf, der Hafer schiebt gerade seine Ähre. Hier konnte ich gestern in nur 10 Minuten eine Vielzahl an Schmetterlingen (Kleiner Fuchs, Admiral, Kohlweißling) aber auch Hummeln, Bienen, Wespen und verschiedenste Fliegen beobachten. Darüber flogen verschiedenste Vögel. Für den Naturfreund ist dies ein Schauspiel, welches man so oft nicht mehr beobachten kann - es sei denn, man wird darauf hingewiesen.

Ja - auch wir müssen gegen Insekten gezielt vorgehen. Es gibt viele Schadinsekten, welche unseren Kulturen das Leben sehr schwer machen. Wir könnten nur deutlich geringere Ernten einfahren, würden wir nicht mit Pflanzenschutzmitteln aktiv und selektiv vorgehen. Es kann sogar zu Totalverlusten kommen. Auch wir müssen die Möglichkeit haben, unsere Pflanzen zu schützen. 

Wir haben jedoch auch die Möglichkeiten, Insekten zu fördern in dem wir Blühstreifen, Greening - Flächen, Randstreifen und auch Zwischenfrüchte anbauen. Hier können die kleinen Mitbewohner sich austoben und sind von uns explicit auch erwünscht !

Schaut Euch die Bilder an - sie sprechen - so denke ich - für sich !!

 

05.09.2017 -  Initiative Tierwohl - Eine Überlegung wert ??

05.09.2017 - Die Ernte ist abgeschlossen, die Wiederbestellung läuft - Zeit zum Nachdenken ...

Bis zum 26. September müssen wir uns entschieden haben, ob und mit welchem Tierhaltungsabschnitt wir an der Initiative Tierwohl teilnehmen werden. Diese Entscheidung ist nicht einfach zu treffen. Wir haben in der Schweinehaltung schwierige Zeiten hinter uns, die Preise die wir für unsere Mastschweine lebend bekamen waren oft unter unseren Produktionskosten, so dass die Schweinehaltung rote Zahlen schrieb. 

Die Initiative Tierwohl gibt es seit 3 Jahren. Hier hat sich freiwillig der Lebensmitteleinzelhandel mit anderen Instanzen entschieden, die Tierhalter für zusätzliche Leistungen, die dem Tierwohl dienen sollen, zu vergüten. Leider war das Programm schnell überzeichnet, die 60 Millionen € konnten nur an die Hälfte der angemeldeten Landwirte ausgezahlt werden. Es galt das Windhund Prinzip - Wer zuerst kommt, malt zuerst. 

Der Tierhalter mußte mit dem Risiko leben, viel Geld zu investieren um dann eventuell keine Rückvergütung zu bekommen, da er hinten an stand. Die Bedingungen mußte jedoch eingehalten werden, da jederzeit bei freiwerdenden Geldern oder Plätzen nachgerückt werden konnte. Dieser Zustand bewog uns damals, nicht beim Tierwohlprogramm mitzumachen. Des Weiteren haben wir damals ungefähr die Hälfte unserer Tiere nach Polen vermarktet - für diese Tiere hätten wir ebenfalls keine Zahlungen bekommen. 

Nun stellt sich die Situation anders dar. Es gilt die Zusage, dass alle Landwirte, welche sich am Programm anmelden auch einen Platz bekommen sollen. Es wurden 100 Millionen € zugesagt. Nun prüfen wir auch in unserem Betrieb, was wir verändern müssen, um die Ansprüche nach den Leitlinien der Initiative Tierhaltung einzuhalten. Nach ersten Schätzungen, müssen wir Investitionen um 100.000 € netto tätigen, um in der Ferkelaufzucht und in der Schweinemast teilnehmen zu können.  

Wir haben nun erste Pläne gemacht und holen Preise ein. Des Weiteren gehört der Test in der Ferkelaufzucht mit den Balkonen ebenfalls dazu, ein Mehr an Tierwohl umzusetzen. 

Schauen wir mal, was kommt - Eines ist aber sicher:

Ein mehr an Tierwohl, gibt es nicht zum Nulltarif - Wir Landwirte sind bereit, alles notwendige dafür zu tun - Ist es der Verbraucher auch ?

17.08.2017 - Ernte und Wiederbestellung 2017

17.08.2017 - Ernte und Wiederbestellung 2017

Die Ernte geht leider aufgrund des Wetters nur langsam voran - die Nerven liegen zeitweise blank und der Blick in den Himmel ist oft aufgrund der grauen Wolken getrübt. 

Nun ja - wir sind schlagkräftig und konnten bis jetzt die Wintergerste, den Winterraps und den Qualitätsweizen vollständig einfahren. Heute wird soweit das Wetter es zuläßt der letzte Winterroggen geerntet. Danach stehen noch ca. 70 Hektar Winterweizen, der im Schweinemagen veredelt werden soll. 

Wir haben bereits ca. 170 Hektar mit einer Vorpommerschen Zwischenfruchtmischung bestellt. Bei uns geht kein Hektar ohne Bestellung in den Winter. Auf diesen Flächen wird im nächsten Jahr Silomais stehen, daher nutzen wir diese Zeit, um dem Boden organische Substanz wiederzugeben. Die Zwischenfrüchte werden nicht geerntet und im Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Danach wird in Mulchsaat der Mais möglichst bodenschonend bestellt. 

Die Zwischenfrüchte sind im Rahmen der noch möglichen Düngung nach der neuen Düngeverordnung mit Gärresten angedüngt, damit sie sich gut und massig entwickeln können. Zur Zeit läuft die Düngung und die Bodenbearbeitung der zukünftigen Rapsflächen. Aufgrund des Wetters läuft der Güllewagen direkt hinter dem Mähdrescher her - Die Gärreste werden über eine Scheibenegge direkt in den Boden emissionsarm eingebracht. Dies macht ein Lohnunternehmer für uns, wir fahren die Gärreste mit unseren Zubringern von der Lagerung direkt an die Feldkante zu sogenannten Feldrandcontainern. Von hier saugt der Lohnunternehmer diese wieder ein und bringt sie aus. So können jeden Tag 30 - 40 Hektar bearbeitet werden. Direkt hinter dem Güllewagen läuft unser Exaktgrubber von Köckerling, um das viele Stroh einzuarbeiten. Dies muß in diesem Jahr leider so sein, da wir nächste Woche hier bereits wieder den Raps drillen werden und leider keine Zeit für das eigentlich so wichtige Auflaufen der Unkräuter und des Auflaufgetreides bleibt. Das ist der Kompromiss in diesem Jahr, der wettergeschuldet ist. 

Schaut auf die Bildergallerie unten - dort habe ich einige Momente aus der bisherigen Ernte im Bild festgehalten - So seid Ihr bei unserer täglichen Arbeit live dabei !!

 

15.08.2017 - Ein Balkon für Ferkel - Ein Versuch für mehr Platz im Ferkel Kindergarten !!

15.08.2017 - Ein Balkon für Ferkel - Ein Versuch für mehr Platz im Ferkel Kindergarten !

Wir sind voll im Ernte Stress - trotzdem gehen uns die Ideen nicht aus, unseren Tieren immer wieder Neues und Interessantes zu bieten. Wir bereiten uns auf die zweite Tierwohl Label Anmeldung zum 25.09.2017 vor und überlegen, dieses Mal daran teilzunehmen. 

Der Trend zum Ferkelbalkon kommt aus den Niederlanden und ist dort bereits als zusätzliches Platzangebot anerkannt. In Deutschland tun sich die Behörden schwer, dieses neue System anzuerkennen, obwohl wir mit diesem Balkon den Tieren nachweislich 25 % mehr Platz geben können. Außerdem schaffen wir eine behagliche Klimazone unter dem Balkon, da sich hier die Wärme der Heizplatte etwas staut und die Tiere gerne sich darunter aufhalten und ruhen. Hier ist das Licht von unserer großen Fensterfläche auch nicht so grell - im dunkeln ist gut munkeln - sagt ja auch bekanntlich der Volksmund. 

Wohl wissend, dass dieser zusätzliche Platz nicht behördlich anerkannt ist, haben wir eine Buchte mit diesem neuen Balkon ausgerüstet, und sammeln unsere Erfahrungen. Die Tiere waren schwups die wups auf dem Balkon angekommen - dies dauerte keine 3 Minuten. Wir haben alle Ferkel bei der Einstallung gewogen. Experten sagen, dass dieses zusätzliche Platzangebot mit höheren Zunahmen und einer problemloseren Ferkelaufzucht verbunden ist, da die Ferkel neugierig sind und gerne ihren Bereich erkunden. Sollte sich dies bei uns bewahrheiten, dann sind wir gerne bereit, hier zusätzlichen Platz zu schaffen - Alleine das zusehen bringt mit Freude ! Schaut im Folgenden selber - Bilder sagen mehr als Tausend Worte !!

 

14.07.2017 - Anbauversuch: Silomais nach Wintergerste ;-)

14.07.2017 - Anbauversuch: Silomais nach Wintergerste 

 

Heute mal eine kurzfristigere Aktualisierung - Wir versuchen etwas Neues ! Wir bauen nach dem Drusch von der Wintergerste auf einer Teilfläche Silomais an. Dies ist aufgrund der kurzen Wachstumsperiode (Mais legt man normalerweise bis zum 01.05. eines jeden Jahres) eigentlich viel zu spät ! Wir haben uns trotzdem dazu entschieden - es wurde eine neue sehr frühreife Sorte ausgewählt, die nur 100 Tage bis zur Kornreife benötigen soll. Diese Sorten sollen eine zweite Ernte möglich machen und bringen uns ein wenig mehr Luft in die Fruchtfolge. Schauen wir mal was draus wird. 

13.07.2017 - Die Ernte der Wintergerste hat begonnen ...

13.07.2016 - Wir haben mit der Ernte der Wintergerste begonnen !!

Wir haben in unserem Betrieb ca. 130 ha Wintergerste zu ernten. Wir haben Hybridgerste angebaut. Die Sorten "Wotan" und "Joker" sind im letzten Herbst ausgesät worden und müssen sich nun ertraglich beweisen. Laut Zähler wird der Ertrag zwischen 8 und 9 to / ha liegen - ein Wert, mit dem Andreas und ich durchaus leben können. 

Die Erntebedingungen sind aufgrund des ständigen Regens als schwierig zu bezeichnen. Es ist Eile geboten, da vor allen Dingen die Sorte Joker bereits zum abknicken der Ähren neigt. Bis gestern hatten wir nur noch 3 ha zu ernten - es kamen jedoch wieder 30 l/m², so dass wir nun wieder eine Zwangspause einlegen müssen. 

Wir werden in diesem Herbst einen Versuch starten. Auf 50 ha der Fläche, werden wir nach der Ernte der Wintergerste versuchen, eine Maisaussaat schnellstmöglich hinzubekommen. Ziel soll es sein, diesen Maisbestand zeitgleich mit unseren normal ausgesäten Maissorten gemeinsam zu ernten. Wir haben uns hier für eine neue Sorte mit einer Reifezeit von nur 100 Tagen entschieden - Schauen wir mal, was draus wird !! 

29.06.2017 - Der Mais wächst ...

29.06.2017 - Der Mais wächst ...

Der Mais ist doch eine beeindruckende Pflanze ! Vor 48 Tagen säten wir auf unserem Schlag hinter dem Hof ca. 82 ha Mais der Sorte Agro Vitallo aus. Dieser ist heute ca. 1,60 m hoch und schießt nun jeden Tag ca. 10 cm in die Höhe. Man kann ihm wahrlich beim Wachsen zusehen. 
Wir bauen den Mais auschließlich pfluglos an. Die Zwischenfruchtmischung fror leider in diesem milden Winter nicht ab, so dass eine Glyphosatbehandlung vor der Bestellung notwendig war. Wir lassen die Zwischenfrucht lange stehen, damit so viel Biomasse wie möglich gebildet werden kann. Direkt vor der Bestellung, am 11.05. diesen Jahres haben wir dann Gärreste ausgebracht, diese mit der Scheibenegge eingearbeitet. Es folgte eine tiefgründige Bodenbearbeitung mit dem Schwergrubber auf ca. 30 cm und dann direkt hinterher die Aussaat per Drillsaat mit der Väderstad Rapid Universalmulchsaatmaschine. Den Erfolg sieht man auf den Bildern. Im Vierblatt Stadium behandelten wir den Mais mit einem selektiven Herbizid. Aufgrund des schnellen Wuchses, reichte eine einmalige Behandlung aus. 

Der Erfolg steht nun im Feld - ein homogener, nahezu unkrautfreier, frohwüchsiger Silomaisbestand - Das erfreut das Herz des Landwirtes ! Wenn das Wetter mitspielt, sind wir in der Lage von diesem Bestand 50 to Biomasse und mehr pro Hektar zu ernten. Das wären alleine von diesem Schlag 4.100 Tonnen ! Diese Menge reicht für die Energielieferung einer unserer 526 kW / h Biogasanlage für ein halbes Jahr aus. 

Wahrlich eine beeindruckende Pflanze !!

16.06.2017 - NDR Nordstory - Bauernschlau und Powerschlau - Wir Kühlings im Freitag Abend Programm !

16.06.2017 - NDR Nordstory - Bauernschlau und Powerfrau

Heute fand für uns ein ganz besonderes Ereignis statt. Im März und Anfang April kam der NDR auf uns zu und dreht mit uns unseren Arbeitsalltag in 4 Drehtagen ab. Es sollte unser Betrieb und unsere Arbeitsweise gezeigt werden. 

Heute kam der Bericht dann an einem Freitag abend um 20:15 in ganz Norddeutschland im Fernsehen !

Ich möchte kurz über die Bedeutung dieser Sendezeit für uns Landwirte meine Meinung mitteilen:

Eine solche Sendezeit ist ansonsten nur noch Formaten wie Panorama, Frontal 21 und ähnliches vorbehalten, die meistens keine positive Meinung über die Landwirtschaft haben und auch so darüber berichten. Heute wurden zwei Betriebe gezeigt, die jeder nach seiner Wirtschaftsweise Landwirtschaft machen. Obschon die Betriebe nicht unterschiedlicher sein könnten - Eines haben wir beide gemeinsam: Die Liebe zur Landwirtschaft und die Lust, mit unserer täglichen Arbeit etwas ganz besonderes zu bewirken. 

Schaut es Euch an, der Link unten führt Euch direkt in die Mediathek - noch ein paar Zahlen:

            500.000 Zuschauer sahen die Nordstory an diesem Abend

              51.890 Aufrufe heutiger Stand bei You Tube 

 

Ich war am Montag bei einer Veranstaltung, wo ich nur eine Person kannte. In dem Raum waren ca. 40 Personen - Die Hälfte dieser Menschen wünschte mir mit meinem Namen einen guten Tag und bedankten sich für diesen guten ausgewogenen Bericht. 

In diesem Moment wurde mir die Bedeutung der Medien erst so richtig bewußt. Schaffen wir Landwirte es nicht, die Medien auf unsere Seite mit einer realen positiven Berichterstattung zu bekommen, können wir mit Offenheit und Transparenz und dem Zeigen unserer Höfe wenig bewegen. Ein negativer Bericht kann nie mit einem offenen Hof und einer ehrlichen Meinung wieder ausgebügelt werden. 

Ich kann nur an meine Berufskollegen appellieren - Öffnet Eure Betriebe für die Öffentlichkeit, ladet die örtliche Presse, den Rundfunk und auch das Fernsehen ein !

Wir Landwirte sind Nachhaltig, Authentisch, Glaubwürdig und wir haben entgegen aller Medienschelte einen guten Ruf in der Bevölkerung ! Nutzt dies für unser aller Zukunft und lasst Euch nicht von PETA, BUND, und ähnlichen weltfremden Organisationen verunsichern - Wir Landwirte ernähren jeden Menschen auf diesem Planeten ! Dies ist unsere Leistung für die Menschen, dies ist unsere Bestimmung - neben ganz vielen anderen Dingen, die wir jeden Tag so nebenbei auch noch machen ... ;-)

 

 

06.06.2017 - Hagelschaden im Winterraps und im Winterroggen !

06.06.2017 - Hagelschaden im Winterraps und im Winterroggen

Heute Abend fand in Demmin ein Veranstaltung der Konrad Adenauer Stiftung mit Podiumsdiskussion statt, wo unser Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zu Gast war. Für uns eine Pflichtveranstaltung ! 

Gerade als er seine Ausführungen zum Thema "Ethik in der Landwirtschaft" machte, lag ein schweres Gewitter über Demmin mit Hagel und Starkniederschlägen. Per Whats App bekamen wir bereits von zu Hause die Nachrichten von 50 Cent großen Hagelkörnern, die fielen. Es kamen 16 Liter / m² Regen in 15 Minuten.

Einige Tage später zeigte sich das Ausmaß der Schäden. Der gesamte Raps in Ückeritz zeigt deutlich Einschläge an den Schoten. Teilweise sind Körner durchgeschlagen. Diese Verletzungen an den Leitbahnen führen dazu, dass die angelegten Körner nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden und kümmern bzw. sich nicht mehr weiterentwickeln. Auch im Roggen in Sophienhof fanden wir Einschläge an den Ähren, so dass teilweise ganze Ährchen aus der Ähre geschlage worden sind. 

Die Hagelschätzer kamen eine Woche nach dem Ereignis. So wurde der Schaden festgestellt. Das frühe Stadium der Schädigung, läßt jedoch keine exakte Schätzung zu, so dass die Festlegung der Schadensquote auf Mitte Juli vertagt wurde. 

Dieses ist wieder mal ein Beispiel dafür, dass wir Landwirte mit der Natur und deren Ereignissen leben müssen ! Jeder Unternehmer ist in der Lage, sich gegen derartige Schäden zu versichern. Mit einer abgesicherten Ernte, können wir auch trotz dieser Schäden positiv in die Ernte 2017 gehen !

08.05.2017 - Pflanzenbau und Agrarantrag

18.04.2017 - Ein Teil unserer "Freilaufschweine" hat uns bereits verlassen....

18.04.2017 - Ein Teil unserer "Freilaufschweine" in einem unserer Mastabteile, sind vergangenen Donnerstag vor Ostern ausgestallt worden. 

50 Schweine haben uns nun nach ca. 75 Tagen in dem Freilauf Abteil Richtung Schlachthof Perleberg verlassen. So können wir nun ein kurzes Resümè ziehen. Die Platzverteilung kann man direkt auf den Bildern sehen - Dadurch, dass den Tieren die Kontrollgänge vollständig zur Verfügung stehen, haben die Tiere deutlich mehr Platz von uns bekommen. Es stehen Ihnen rechnerisch ca. 15 % mehr Platz zur Verfügung. Dies führt dazu, dass die Schweine die Abteilbereiche während der Mast unterschiedlich aufteilen konnten. Die Kotecken wurden immer mal wieder verlegt. Wir versuchen noch zu ergründen, warum sie mal auf dem Mittelgang, mal in den beiden vordersten Buchten und auch mal wild verteilt im Abteil angenommen wurden. 

Die Kontrolle der Tiere war deutlich erschwert, da die Tiere die das Abteil betretende Person sofort "annahmen" und anknabberten, anstupsten und auch aktiv die Gummistiefel abschleckten. Dieses Interesse legte sich so gut wie nicht während der ganzen Mast. Dies erschwert die Tierkontrolle ungemein, da immer die aktivsten direkt im Auge sind, die anderen Tiere lagen in den Ecken und auch oft dicht und eng beieinander. Trotzdem hatten wir nur 2 tote Schweine zu beklagen und ansonsten keine weiteren Verluste. Dies ist bei ca. 140 Tieren ein guter Schnitt. Die täglichen Zunahmen sind mit denen durchaus vergleichbar, welche in den normalen Abteilen leben.

Wir führen diesen Veruch weiter und haben bereits ein weiteres Abteil mit frei laufenden Schweinen in Nutzung. Schauen wir mal, was so passiert. 

 

28.03.2017 - Ein Tag voller Bioenergie !

28.03.2017 - Heute gab es mal einen schönen Sonnentag !!

Die Photovoltaikanlagen laufen mit voller Kraft an. Hier sehen Sie mal eine Produktionskurve von unserer Zemminer Anlage. Heute wurden 1.057,12 kw/h erneuerbare Energie gemacht. Rein rechnerisch reicht diese Menge bei einem Tagesverbrauch von 5 kw/h für ca. 211 Haushalte. Unsere PV Anlage in Völschow bracht am gleichen Tag 2.365 kw/h was rechnerisch für 473 Haushalte reicht. An einem einzigen Tag haben wir somit 684 Haushalte mit elektrischen Strom umfänglich versorgen können - und dies nur mit der Energie der Sonne !! 

Ich finde die Leistungen der erneuerbaren Energie beachtlich. Die Energie ist umweltfreundlich, birgt keine Entsorgungsrisiken und ist immer wieder erneuerbar. Besser geht es nicht. 

Betrachten wir mal zeitgleich unsere beiden Biogasanlagen. Beide Anlagen machen täglich in 24 Stunden ca. 24.000 kw/h elektrische Energie. Bei gleichem Ansatz für den Strombedarf eines Hauses an einem durchschnittlichen Tag von 5 kw/h reicht dieser Strom für 4800 Haushalte - Dieser Strom steht rund um die Uhr 24 Stunden - 7 Tage die Woche zur Verfügung und ist ebenfalls zu 100% erneuerbar, da nur Pflanzen und Gülle vergoren wird. 

Zusammengerechnet haben wir am 27. 03.2017 insgesamt 5.484 Haushalte mit elektrischer Energie alleine von unseren beiden Standorten versorgt. Wenn man so mit den Zahlen spielt, wird einem erst richtig bewußt, wie tief die regenerativen Energien im Zuge der Energiewende bereits vorhanden sind. Wir leisten unseren Beitrag gerne für die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien !!

20.03.2017 - Frühlingsanfang - Die Feldarbeit beginnt !!

20.03.2017 - Frühlingsanfang !!

So langsam aber sicher kommt die Sonne raus und wir Bauern beginnen mit unserer Feldarbeit - Für uns heißt dies als erstes, die Andüngung unserer Getreidebestände mit Gärresten. Hierzu haben wir unseren Wirtschaftsdünger im Winter beproben und von der LUFA Rostock analysieren lassen. Zusammen mit unserem Berater Detlef Tornow haben wir einen Düngplan für jeden einzelnen Schlag erstellt, um möglichst exakt zu düngen. Es werden langjährige Erträge zugrunde gelegt, welche wir auf den Schlägen ernten konnten. Um diese zu erreichen, werden die Schläge in Ertragszonen eingeteilt. Innerhalb dieser Zonen bekommen die Pflanzen je nach Bodengüte, Biomasseentwicklung, Bodenart, Pflanzenart und Wetter spezifisch den Dünger. 

Gärreste sind ein Mehrkomponentendünger - Sie enthalten Stickstoff (N), Phosphor (P2O5), Kalium (Ka), Magnesium (Mg), Calcium (Ca) und Schwefel (S). Des Weiteren sind viele wichtige Spurenelemente wie z.B. Bor, Zink, Eisen usw. enthalten. Der Dünger wird möglichst bodenschonend und emissionsarm über Schleppschläuche aufgebracht. 

Hier machen uns die Vorschriften die Arbeit nicht gerade leicht im Frühjahr - Der Boden muß aufnahmefähig, nicht tiefgründig gefroren, nicht wassergesättigt und befahrbar sein. Alles ist mit Gesetzen unterlegt. Aber auch wir Landwirte können nicht zaubern - Wir müssen mit den teilweise schweren Fahrzeugen in die Bestände und möchten die Pflanzen und den Boden möglichst wenig beeinträchtigen ! Dies ist im Frühjahr stets ein Kompromiss, da die Pflanzen ja bereits im Wachstum sind. Wir können nur in die Bestände fahren, solange das Getreide noch nicht in der Schossphase ist - Ab diesem Zeitpunkt wären die Schäden an den Pflanzen zu hoch. 

Ab diesem Jahr stehen uns für unsere Arbeiten 3 neue Schlepper zur Verfügung: 2 Claas Axion 810 (200 PS) sollen im Ackerbau Transport-, Pflege und Beregnungsarbeiten machen. Sie sind mit einem modernen stufenlosem Getriebe, guter Bereifung, GPS und hohem Komfort ausgestattet. 1 Claas Axion 950 soll unseren schweren Zugschlepper entlasten und zukünftig die schwere Bodenbearbeitung machen. Er ist ebenfalls mit einer automatischen RTK Lenkung, Zwillingsbereifung, hoher Ballastierung und einem stufenlosen Getriebe ausgestattet. 

Heute Nachmittag kommt ein Servicemonteur von Claas und schult unsere Fahrer direkt an den neuen Schleppern. Schauen wir mal !! 

26.01.2017 - Versuch in einem unserer Mastabteile als Großgruppe

26.01.2016 - In unserem älteren Maststall machen wir seit heute einen Versuch 132 Mastschweine als Großgruppe zu halten. Dazu demontierten wir die Buchtentüren und stabilisierten die Seitenwände, so dass die Tiere zusätzlich auch noch den Zentralgang als Lauf- und Liegefläche zur Verfügung haben. Dies bringt Ihnen zusätzlich 15 % mehr Platz. Des Weiteren haben sie durch die Fläche deutlich mehr Bewegungsraum als bisher in ihrer Gruppe. Wir möchten beobachten, ob die Tiere in speziellen Bereichen eher ruhen bzw. aktiv sind. Wir möchten schauen, ob sie manche Bereiche eher sauberer lassen, manche eher schmutziger werden.

Der Vorteil der Großgruppe ist deutlich mehr Platz für das Einzeltier, da sie sich innerhalb des Abteils auf ca. 150 m² frei bewegen können.

Am Abteileingang haben wir zusätzlich einen selbstgebauten Dosierer für Rauhfutter (Maissilage) als Aufnahmemöglichkeit für rohfaserreiches Futter und zur Beschäftigung der Tiere aufgehängt. Es rieselt bei Berührung ein wenig Silage aus den Schlitzen und bleibt auf einer untergelegten Gummimatte liegen, so dass die Tiere das Material fressen können.

Zukünftig werden wir hier auch weitere Spielzeuge testen, die sowohl selber entwickelt als auch zugekauft werden, um hier für unsere Schweinehaltung zukünftig verschiedene Alternativen für die Tiere testen, da wir wissen möchten, welches Spielzeug am interessantesten für die Tiere ist und welches sich neben den bewährten Spielketten für uns als kostengünstig und vor allen Dingen als lange haltbar herausstellt. Des Weiteren möchten wir Erfahrungen mit dem Tierverhalten sammeln und wollen auch einen Versuch wagen, die Schweine in der Mast mit langen Schwänzen zu halten. All dies ist ambitioniert und nicht an einem Tag machbar. Daher stellen wir uns unserer Verantwortung und schauen was für die Tiere und ihre Halter machbar und gut ist.

In naher Zukunft wird sowohl das Kupieren der Schwänze als auch die Ebermast und das Angebot von organischem Beschäftigungsmaterial uns Landwirten in Verordnungen in irgendeiner Form auferlegt werden. Für uns Landwirte ist Planungssicherheit aufgrund der hohen Investitionskosten äußerst wichtig. Daher ist es elementar, sich im vornherein mit Dingen ausgiebig zu befassen, um keine Fehler bei späteren Entscheidungen für Investitionen zu machen. Wir arbeiten also heute schon an den Lösungen für Morgen. 

Schaut Euch gerne die Bilder an - ich werde diese von Zeit zu Zeit auffrischen und Euch auf dem Laufenden halten. 

11.01.2017 - Offener Brief von uns Landwirten an die Medien !!

05.01.2017 - Besuch des Schlachthofes der Vion in Perleberg

05.01.2017 - Besuch des Schlachthofes der VION in Perleberg

Heute ging es für Antje, unserem Mitarbeiter Jan und mich früh los. Wir verluden für einen Händler 170 Mastschweine, welche nach Perleberg zum Schlachthof gebracht werden sollten. Direkt nach dem Verladen, machten wir uns auf den Weg, um uns den ganzen Schlachtprozess direkt vor Ort an unseren eigenen Mastschweinen anzuschauen. Wir möchten gerne Rückschlüsse über unsere Vermarktung und Haltung der Schweine aus diesem Besuch ziehen. Außerdem ist es immer gut, auch die Argumente der Vermarktungsseite zu kennen um darauf (soweit es uns möglich ist !?) auch reagieren zu können. 

Wir wurden zunächst von einem Mitarbeiter unseres Viehhändlers empfangen und danach direkt zum Geschäftsführer des Schlachthofes gebracht. Dort konnte er uns in einem kurzen Gespräch seine Sicht der Dinge über aktuell anstehende Probleme erläutern. An dieser Stelle möchte ich mich bei ihm persönlich und auch bei seinen Mitarbeitern für die Führung und die Betreuung während des gesamten Besuches bedanken. 

Es ging los mit einem intensivem Umkleiden mit Einmalkleidung und einer Wäsche und Desinfektion der Hände vorm Betreten der sensiblen Bereiche der Schlachtung. Danach wurden wir der Reihe nach zu den Einrichtungen geführt, welche die Tiere am Schlachtband durchlaufen. Begonnen wurde direkt nach der Betäubung durch Kohlendioxid. Die Tiere werden durch Blutentzug getötet und dem AutoFOM III Gerät zur Klassifizierung zugeführt. Dieses Gerät erfasst per Ultraschall alle Teilbereiche des Schweines in sekundenschnelle, so dass der Schlachthof direkt am Tierkörper in der EDV weiß, welche Teilgewichte zum Beispiel der Schinken, der Bauch und andere wichtige Teile des Schweines haben. Danach werden die Schlachtkörper gebrüht und enthaart - die restlichen Borsten werden durch eine Flamme gänzlich entfernt. Als nächstes werden die Schweine von den Hinterkeulen her per Bauchschnitt geöffnet und das Geschlinge und die Innereien entfernt. Es erfolgt ein Teilabschnitt des Kopfes sowie das Zerteilen in zwei Hälften. Danach durchläuft das Mastschwein die Kontrolle der Veterinäre. Hier werden die Tiere exakt untersucht, die Geschlinge begutachtet und Trichinenproben gezogen. Alles wird kontinuierlich dokumentiert. Die Teile des Schlachtkörpers werden gestempelt zur Weiterverarbeitung. Danach wird der Schlachtkörper durch ein durchlaufen zum restlosen ausbluten und zum ersten herunterkühlen durch verschiedene Bereiche gebracht. Nun erfolgt die Klassifizierung, das Wiegen und das sogenannte FOM "Stechen" zur Erfassung des Magerfleischanteils, welcher neben der Klassifizierung und des Gewichtes einen großen Bestandteil für unsere Vergütung der Mastschweine durch den Schlachthof bildet. Nach dieser Prozedur werden die Schweinehälften in das Kühlhaus automatisch weitergeleitet, wo sie 24 Stunden herunterkühlen. Am nächsten Tag werden die Hälften weiter zerlegt und den Kundenwünschen entsprechend zugeschnitten. 

Hierbei stellten wir fest, welche große Bedeutung der asiatische Markt bei der Vermarktung der Schweine spielt. Die ganzen Köpfe, die Ohren, die Pfoten, Schinkenknochen, Knopel, Häute, die Bäuche und viele andere Teile des Schweines, welche in unserer europäischen Welt niemals im Topf landen würden, werden von den Asiaten als Delikatesse stark nachgefragt. Die Edelteile aus unserer Sicht, wie z. B. der Lachs, der Schinken, die Filets und die Koteletts spielen hingegen in China so gut wie keine Rolle, die werden hier höherpreisig vermarktet. Ist ein Schlachthof für den Export nach China zugelassen und zertifiziert, erschließen sich ihm so gute Möglichkeiten eine höhere Wertschöpfung zu erreichen. Ansonsten würden viele Teilstücke in der westlichen Welt nicht vermarktungsfähig sein und entsorgt werden müssen. 

Hier kann sich nun mal jeder selber fragen, wann er das letzte Mal oder überhaupt schon mal Pfötchen, Eisbein, Schweineohren, Zunge, Nieren, Schweineherz und sogar den Schwanz usw. selber mal gegessen hat. 

Auch für unsere Schweinehaltung konnten wir etwas mitnehmen. Ein wichtiges Thema war die Sichtung der inneren Organe unserer Schweine. Für uns sofort ersichtlich war, das die Lunge und das Herz unserer Tiere absolut sauber waren. Dies spricht für eine gute Klimatisierung. Es gab keine Probleme bei den Lungenspitzen und verwachsenen oder angewachsenen Lungenflügeln - alles top ! 

Problematischer war es hingegen bei den Schweinelebern. Hier gab es durchaus die ein oder andere Beanstandung durch Wurmbefall. Hier müssen wir unser Regime hinsichtlich des Befalls mit Spulwürmern zusammen mit unserem Bestandstierarzt und der Beratung überprüfen und optimieren. Hier kommt es doch zu aus jetziger Sicht berechtigten Abzügen. Ist eine Leber befallen, bilden sich sogenannte "Milkspots (siehe Bild)" und die Leber kann nicht mehr zur menschlichen Ernährung freigegeben werden. 

Ansonsten könnten wir noch ein wenig besser sortieren - Dies ist leider oft leichter gesagt wie getan. Wir werden daran arbeiten. 

 

22.12.2016 - Jahresrückblick in Bildern 

02. u. 03.12.2016 - Ansitzdrückjagden in Tutow und Zemmin

02. u. 03.12.2016 - An diesen beiden Tagen haben wir in Tutow und Zemmin unsere diesjährige Ansitzdrückjagd durchgeführt. Der Druck vor allen Dingen beim Schwarzwild, aber auch beim Dam- und Rehwild macht diese Art der flächigen Bejagung für uns elementar notwendig.

Die Jagd läuft so ab, dass wir mit mehreren erfahrenen Meuten die Einstände des Schwarzwildes beunruhigen. Das Wild verlässt diese Dickungen und Brüche und soll nach Möglichkeit langsam vor die abgesetzten Schützenreihen kommen. So haben die Schützen die Möglichkeit, das Wild gezielt anzusprechen und sichere Schüsse anzutragen. Ein Treiben dauert ca. 3 Stunden, danach kann das Wild wieder zurück in die Einstände kehren und dort die notwendige Ruhe finden. 

In dieser Bejagungszeit konnten wir Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Rehwild und auch Raubwild strecken. Es kamen ca. 100 Stücke Schalenwild zur Strecke wobei wir 47 Sauen an beiden Jagdtagen strecken konnten. Ein Jagdgast, der das erste mal da war, konnte einen Eissprossenzehner strecken, was uns besonders freut. Das ist der zweite Hirsch, der in einem unserer Reviere gestreckt worden ist. 

In der Bildergallerie unten habe ich einige Impressionen von diesen schönen Tagen eingestellt. Es hat sich wieder bestätigt, dass Jagd elementar mit der Landwirtschaft verbunden ist und nur gemeinsam langfristig parallel ausgeübt werden kann. 

20.11.2016 - Wochenenddienst in der Biogasanlage 

Auch bei uns passieren nicht jeden Tag Dinge, die unbedingt erwähnenswert sind. Daher möchte ich auch auf dieser Seite Themen anschneiden, welche "normal" sind. Heute beginne ich mal mit unserer Biogasanlage. Die Biogasanlagen erfordern eine ständige Rufbereitschaft, um auf Störungen reagieren zu können. Des Weiteren müssen sie täglich betreut und gefüttert werden. Wie so ein Dienst am Wochenende abläuft, möchte ich mit einigen Bildern im Folgenden erklären. 

Für die Informationen, klickt bitte auf die einzelnen Bilder. Sie werden Euch dann mit den Bildern zusammen angezeigt.

Die tägliche Arbeit auf einer Biogasanlage darf nicht unterschätzt werden. Es bedarf ständiger Kontrolle der Einrichtungen auf Funktion und perfekten Lauf. Des Weiteren besteht eine solche Anlage aus vielen einzelnen technischen Einzelgeräten, die nur zusammen ein perfektes Ergebnis erwirtschaften. Unser Mitarbeiter Holger Schultz ist hier zuständig und kümmert sich täglich um alles, so dass am Wochenende nur das nötigste gemacht werden muß. Ein Tagesdienst am Wochenende dauert ca. 2 Stunden. Wir teilen uns den Wochenenddienst in den Anlagen zu dritt, so dass jeder nur alle 3 Wochenenden "Dienst" hat. 

So wird die wertvolle freie Zeit am Wochenende nicht überstrapaziert und wir kommen unserer gesetzlichen Verpflichtung nach, die Anlage jederzeit umfänglich im sicheren und betriebsbereiten Zustand zu halten. 

05.11.2016 - Vorbereitung unserer Drückjagden 2016

Es ist immer eine besondere Herausforderung, eine Drückjagd im Rahmen einer großen Gesellschaftsjagd vorzubereiten. Hierbei ist es von immenser Bedeutung, die ca. 70 Schützen sicher durch den Jagdtag zu bringen. Hierfür ist eine intensive Vorbereitung notwendig. Seit Wochen sind wir, hier besonders unser Vater, bereits dabei, die ca. 200 Hochsitze in unseren Revieren in Ordnung zu bringen. Obschon alle relativ neu sind, nagt der Zahn der Zeit schnell am Holz, aus dem die Kanzeln gefertigt sind. Stufen und Böden werden morsch, Äste bzw. ganze Bäume stürzen auf die Ansitze und beschädigen diese. Des Weiteren müssen Wege frei und zugänglich und Schußschneisen angelegt werden, damit die Schützen das Wild sicher ansprechen und auch strecken können. Es gibt viel zu tun - Zum Glück sind wir mit der ganzen Arbeit nicht alleine, wir werden hierbei tatkräftig von unseren Mitjägern unterstützt - Danke dafür und ein kräftiges     WAIDMANNSHEIL !!! 

 

25.10.2016 - Zerstörung eines unserer Feldrandstreifens aus der Greening Maßnahme aus Unwissenheit !!

Die Realität holt einen schnell wieder ein - Vorgestern bemerkte Andreas eher zufällig, dass ein LKW von unserem Acker in Sophienhof abfuhr. Er stellte den Fahrer zur Rede und sah dann den ganzen Schlamassel. Es hatte sich bereits am vorigen Samstag ein LKW mit Betonfertigteilen auf einem unwegsamen Landweg (keine Ahnung was den Fahrer ritt, diesen zu befahren - wir fahren diesen Weg nicht einmal mit dem Traktor ...) derart festgefahren, dass man es schon als Meisterleistung erachten könnte, so weit mit einem schwer beladenen LKW gekommen zu sein. Es waren 600 PS eines John Deere Knicklenkers, ein Bagger und ein Radlader notwendig, das Fahrzeug zu befreien. 

Es hielt jedoch niemand für notwendig, dem Flächeneigentümer Bescheid zu geben - scheinbar sind die Flächen eines Landwirtes von so geringer Wertschätzung, dass diese quasi als "Freiwild" jedem zur freien Verfügung stehen. Es ist schließlich nicht das erste mal, dass wir von diesen sogenannten "Feldrändern", die als Greening Flächen einen ökologischen Vorrang besitzen Mitbürger verweisen müssen. Angefangen von Wanderern, Pferden mit zugehörigen Reitern, Motorradfahrern, Quadfahrern Radfahrern, Jägern und sogar ganzen Kutschengespannen ist alles schon dabeigewesen. Immer kommt die Frage: Wieso, hier steht doch nix, das ist doch ein Weg ?! 

Nein, liebe Mitbürger - diese sogenannten "Feldrandstreifen" sind Flächen, die wir Landwirte seit nunmehr 3 Jahren verpflichtend anlegen MÜSSEN ! Wir werden als sogenannte Empfänger von EU Ausgleichszahlungen und als konventionell wirtschaftende Landwirte gezwungen, 5 % unserer gesamten Ackerfläche sogenannten Greening Programmen zu unterstellen. Auf diesen Flächen gelten besondere Regeln, die wir teilweise mit 4 Stellen hinter dem Komma einhalten müssen. Hier ist die Nutzung des Aufwuchses meistens nicht mehr gestattet. Der Name soll hier Programm sein - hier herrscht ökologischer Vorrang !! Ob das immer so ist, kann bezweifelt werden - dies muß jeder für sich beurteilen. Wir Landwirte legen diese Flächen natürlich dort an, wo es sinnvoll ist wie z.B. an wasserführenden Gräben oder Söllen, an Waldkanten, auf leichten Standorten, steinigen Böden etc. Oft herrschen an diesen Punkten erhöhte amtliche Vorschriften was die Abstände von Pflanzenschutz - und Düngungsmaßnahmen betrifft. 

In diesem Fall ist es jedoch so, dass nun doch einen Fremdverursacher der "ökologische Vorrang" in einem verpflichteten Zeitraum gestört wurde. Dies führt dazu, dass unserem Betrieb diese Fläche aberkannt wird bzw. auch sanktioniert wird obwohl ich weder der Verursacher dieser Zerstörung bin, noch im vornherein davon unterrichtet wurde !! Das heißt, unser Betrieb ist doppelt bestraft - wir haben den direkten Schaden durch die Zerstörung des Streifens und werden amtlich sanktioniert !!

Gestern hat sich das Unternehmen nach einem Anschreiben per E-Mail von mir gemeldet und hat auch das Vorkommnis zugegeben. Es folgte dann, nachdem ich die Folgen der Bergung des LKW auf diesem sensiblen Streifen für meinen Betrieb dem Geschäftsführer erklärte, auch eine Entschuldigung. 

Ich habe nun wieder Arbeit - eine Anzeige an das StALU muß geschrieben werden, die Fläche wurde vermessen um den Schaden zu beziffern, ich muß die Zerstörung als bald möglich wieder in Ordnung bringen und ich muß mich bezüglich des Schadens mit dem Verursacher einigen. Ob noch zusätzliche Sanktionen auf mich zukommen, kann ich erst im Januar sage, da dann erst die Bescheide der EU - Ausgleichszahlungen vorliegen. Aber nur zur Information - es könnte sein, dass unter bestimmten Umständen Sanktionen im mittleren 5 stelligen Bereich auf uns zukommen - und all das ohne, dass ich oder einer meiner Mitarbeiter etwas dafür kann !! 

Es gibt Regelungen in unserem Staat, die nur einen Zweck haben - den Kopf zu schütteln .... 

 

24.10.2016 - Pressenachlese zum CERES AWARD

18.10.2016 - Sieger in der Kategorie "Manager" CERES AWARD 2016

Wie Sie es vielleicht ja bereits aus den Medien erfahren haben, konnten wir beim CERES AWARD 2016 in der Kategorie "Manager" den Sieg erringen ! 

Wir sind stolz auf diesen Titel, unterstreicht er doch mit dieser besonderen Auszeichnung unseren eingeschlagenen Weg unser Unternehmen mehr zu öffnen um interessierten Bürgern und Verbrauchern zu erklären, was ein Landwirt eigentlich so jeden Tag macht. 

Für uns war die ganze Vorbereitung, der Tag mit dem Fototeam, mit dem Videoteam und auch der Besuch der Juroren auf unserem Betrieb eine ganz neue Erfahrung. 

An dieser Stelle bleibt mir nur zu Danken. Vor allem möchte ich zunächst meinen Eltern und unseren Frauen danken - Ohne Euch wäre dies alles hier in Zemmin nicht entstanden ! Hätte unser Vater Josef 1992 nicht die Idee gehabt, einen Neustart in den neuen Bundesländern zu starten und hätte er unseren Mitarbeiter Karsten Volgmann, der am längsten von allen anderen bei uns arbeitet, nicht getroffen, würde unser Leben heute wahrscheinlich anders aussehen. 

Des Weiteren möchte ich mich natürlich bei der DLZ, stellvertretend bei Herrn Detlev Steiner bedanken. Ebenfalls gilt mein Dank allen Sponsoren des CERES AWARD`s. 

Wir haben bei der Verleihung in der "Nacht der Landwirtschaft" viele ausgezeichnete Landwirte kennengelernt, die alle einen Sieg verdient hätten. Für uns war bereits die Teilnahme an dieser Verleihung Sieg genug. Das wir einen Kategoriensieg einfahren konnten macht uns unheimlich stolz, gerade auch deswegen, da wir aus einer strukturschwachen Region kommen.

Ich kann nur alle Landwirte animieren für sich zu prüfen, ob sie nicht eine Bewerbung für den CERES AWARD 2017 abschicken können. Ihr könnt durch die Teilnahme nicht verlieren !! 

 

05.10.2016 - QS Audit der Josef Kühling GbR

05.10.2016 - QS Audit für unsere Schweinehaltung im Betrieb der Josef Kühling GbR

 

Bestanden !

Es ist immer wieder aufregend, aufreibend und mit viel Arbeit verbunden, von Auditoren und Prüfern kontrolliert zu werden. Diese Prüfung ist jedoch freiwillig, da wir mit unserer gesamten Schweinehaltung auf beiden Standorten Teilnehmer am sogenannten QS System sind. Das QS System kümmert sich durch eine Bündelung von den einzelnen Marktteilnehmern in ein Kontrollsystem für eine vollständige Rückverfolgbarkeit der landwirtschaftlichen Produkte vom Erzeuger bis zur Ladentheke. Hier gibt es eine Reihe von Parametern, die wiederholt kontrolliert, auditiert und auch unangemeldet überprüft werden.

Auch bei uns gab es kleine Mängel - so müssen wir bei der Schadnagerbekämpfung etwas mehr Augenmerk auf Köderboxen im Aussenbereich legen. Des Weiteren hatten wir in einer Krankenbuchte, welche bei uns wechselnd durch die belegten Abteile aufgestellt werden können, keine Beschäftigungsmöglichkeit installiert. Irgendwie ist uns das trotz aller Mühe nicht aufgefallen. Diese beiden Positionen brachten uns einen leichten Punktabzug. Wir konnten trotzdem 96,93 % von möglichen 100 % erreichen. Damit ist unsere Tierhaltung auch von außen als sehr gut geprüft worden.

Die kleinen Mängel werden innerhalb eines Monats abgestellt - Dies ist auch in einem extra beiliegenden Maßnahmenprotokoll dokumentiert und vereinbart.

Mein Dank geht an dieser Stelle an Herr Kanz, dem Auditor - der wirklich genau hingeschaut hat und dem keine Ecke verborgen blieb. Von unserer Seite aus war es ein gutes und konstruktives QS - Audit.

Des Weiteren möchte ich an dieser Stelle unseren beiden verantwortlichen Mitarbeitern Jan Märtin und Udo Geske danken. Unsere Tiere und unsere Stallungen waren Tip Top in Ordnung. Schön das man sich auf seine Mitarbeiter so verlassen kann.

Für interessierte, welche Näheres zum QS System erfahren wollen, habe ich unten einen Link eingefügt. Hier gibt es viel Wissenswertes zur nachhaltigen Überprüfbarkeit der Landwirtschaft und unserem Vor- und Nachgelagerten Bereich.

 

QS - Qualität und Sicherheit

20.09.2016 - Startschuss für die Maisernte 2016

20.09.2016 - Wir beginnen mit der Maisernte 2016 !

Wir organisieren die gesamte Kette komplett selber. Der Häcksler wird wie bereits in den Vorjahren gemietet. In diesem Jahr ist es ein Häcksler von NEW HOLLAND mit 750 PS und einem reihenunabhängigen Maisgebiss für 10 Reihen oder 7,5 m Breite. Wir fahren selber mit 5 eigenen Fahrzeugen ab. Anvisiert sind von uns annähernd 20.000 to, welche wir insgesamt lagern können. Mal sehen, wieviel nach der Ernte wirklich zusammengekommen ist. Die anhaltende Trockenheit, lässt den Mais extrem schnell abreifen. Wir haben nun bereits TS Gehalte von ca. 35%. Die kräftige Sonne und der stete Ostwind tun ihr übriges dazu.

Wir versuchen die Häckselketten so zu organisieren, dass wir die Anwohner möglichst wenig belasten. Ortsdurchfahrten finden innerhalb der Woche statt und der Maishäcksler bleibt am Wochenende den Ortschaften fern. Auf der Straße sind die Fahrer von uns angehalten, rücksichtsvoll mit anderen Verkehrsteilnehmern umzugehen. Dies erwarten wir allerdings auch von unseren Mitmenschen, da die Maschinen recht groß sind und sich leider nicht so händeln lassen, wie ein Kleinwagen. Es ist wie es immer ist - gemeinsam geht es immer am Besten !!

Zu diesem Zeitpunkt ist es von unserer Seite aus angebracht, sich bei unseren Mitarbeitern für Ihre nicht immer selbstverständliche Arbeit zu bedanken. Danke Kollegen, dass Ihr so super mitzieht und die Maisernte und die Wiederbestellung 2016 so wieder zu einem Ereignis werden lasst, an dass wir alle im Nachhinein gerne zurückdenken ! Das gilt nicht nur für unsere Mitarbeiter im Pflanzenbau - auch unsere Kollegen aus dem Ställen, der Biogasanlage, dem Büro und der Forstwirtschaft helfen überall, wo es in dieser doch knappen und stressigen Phase angebracht ist. Sei es in der direkten Arbeit z.B. beim Silowalzen, beim Abdecken der Fahrsilos, dem zubereiten des Kaffees oder auch einfach Andreas und mir den Rücken freizuhalten, damit wir das ein oder andere Wildschwein zur Erntejagd erwischen. Neben dieser Hocharbeitsphase im Pflanzenbau muß der normale Betrieb ja weiterlaufen, was uns durchaus das ein oder andere gelegentlich abverlangt.

15.09.2016 - Aussaat der Wintergetreidekulturen

Aussaat unter extrem trockenen Bedingungen

Hier im Bild sehen Sie unsere Aussaat des Wintergetreides. Traditionell inzwischen bereits seit dem Jahr 2000 bewirtschaften wir unsere Flächen pfluglos. Wie Sie in dem Bild sehen, bringt der Schwergrubber trotz der eingestellten Arbeitstiefe von ca. 28 cm fast keine feuchte Erde mehr nach oben. Die Aussaatbedingungen sind daher als äußerst schwierig zu bezeichnen. Der Verschleiß an den Scharen ist sehr hoch. Die Drillmaschine folgt dem Grubber direkt hinterher, damit jedes bißchen Feuchtigkeit ausgenutzt wird und der Keimling die Restfeuchtigkeit zum Quellen und Keimen nutzen kann. Es ist nach wie vor kein Regen in Aussicht, so dass es aus jetziger Sicht auch keinen Sinn macht, länger zu warten. Bei uns drückt die Maisernte, die am 19.09. losgeht. Auch hier sind die Trockenschäden der letzten 14 Tage bereits stark zu sehen, so dass es in diesem Jahr schwierig wird, den Mais im optimalen Silierverhältnis von ca. 33 % TS zu ernten. Er wird deutlich trockener sein.

16.08.2016 - Besuch der Juroren des CERES AWARD in Zemmin

Heute war es dann soweit - das Team der Juroren des CERES AWARD waren zu Besuch bei uns in Zemmin.

Wir hatten uns den ganzen Tag Zeit genommen, um den Herren unsere Landwirtschaft zu erklären und näher zu bringen. Wir treten in der Kategorie "Management" an, so ging es natürlich neben einem ausführlichen Betriebsrundgang und einem Rückblick in die Entwicklung unserer Betriebe auch in die Zahlen. Die Juroren müssen sich von der Leistungsfähigkeit unseres Betriebes ein möglichst exaktes Bild machen. Hier spielte auch unsere Öffentlichkeitsarbeit, HomePage und unsere Aktivitäten in Ehrenämtern eine Rolle. Des Weiteren haben wir versucht, einen Ausblick in die Zukunft der betrieblichen Entwicklung zu geben. Wir fanden die Diskussion gut und möchten auch an dieser Stelle den Juroren Herrn Dr. Assmann (Verband der Landwirtschaftskammern), Herrn Hentsch (Fa. Dow Agro Sciences) und Herrn Bräunig (DLZ Agrarmagazin) für Ihren Besuch bei uns herzlich danken. Meiner Meinung nach konnten alle Beteiligten aus diesem Kontakt profitieren.

01.08.2016 - "Einsichten in die Tierhaltung" - Fenster ist fertig !!

So sieht unser Stalleinsichten Fenster aus - Man findet neben den Fenstern direkt in die Abteile eine Menge Info`s rund um die Schweinehaltung und unseren Betrieb !

 

Bereits Mitte 2015 entschlossen wir uns, im Rahmen der Einrichtung einer WebCam in unserem Schweinemaststall, an der Initiative "Einsichten in die Tierhaltung) der information.medien.agrar e.V. (i.m.a.) teilzunehmen. Hintergrund ist es, durch einen Einblick direkt in die Ställe durch die großen heute vorgeschriebenen Stallfenster mehr Transparenz in die moderne Tierhaltung zu bringen. Die Haltung von Nutztieren ist in Deutschland inzwischen ein sehr sensibler Bereich der Landwirtschaft geworden. Uns Landwirten wird immer wieder vorgeworfen, dass wir uns hinter großen Zäunen mit Stacheldraht verbarrikadieren. Dem ist nicht so.

 

Ja, die Nutztierhaltung ist ein sensibler Bereich - auch für uns Landwirte, denn wir müssen von dem Erlös, welchen wir durch den Verkauf und die Haltung der Tiere erzielen, Löhne, Zulieferer, Energieversorger, Dienstleister, Berater, Ämter, Banken, Versicherungen und andere Berufsgruppen und ganz am Schluß auch uns selber bezahlen. Oft schauen wir in letzter Zeit bei unserer eigenen Entlohnung in die Röhre, da die Erlössituation in manchen Jahren bei der Schweinehaltung sehr schlecht war. Nun mag jemand sagen, dann hört doch einfach mit der Tierhaltung auf, wenn es so schlecht ist. Dies wäre jedoch zu einfach gedacht. Die Tierhaltung ist ein wesentlicher Bestandteil einer von uns sehr aktiv betriebenen Kreislaufwirtschaft in unserem Betrieb. Die Schweine veredeln unser Getreide zu Fleisch. Die Ausscheidungen der Tiere werden gesammelt und der Biogasanlage zugeführt. Dort entsteht für uns alle nutzbare grüne Energie, die in das Stromnetz eingespeist wird. Die  anfallende Wärme, welche in unseren Betriebsgebäuden und Stallungen ganzjährig genutzt wird, kann so sinnvoll fossile Energie ersetzen. Die Gärreste werden wieder als hochwertiger Dünger in der Pflanzenproduktion eingesetzt. So werden Mineraldünger bis auf wenige Spezialdünger durch organische Dünger ersetzt. Es schließen sich Kreisläufe. Nur durch diese intensive Wirtschaftsweise haben wir für unsere Mitarbeiter ganzjährig Arbeit, viele Unternehmen im Vor- und Nachgelagerten landwirtschaftlichen Bereich vergeben wir Aufträge - Es bleibt eine hohe Wertschöpfung im Land und auch direkt vor Ort. Dies schafft Arbeitsplätze im direkten Umfeld in einer ansonsten strukturschwachen Region.

 

 

Hinweistafel für Besucher

Aufhören ? Dies ist für uns kurzfristiges Denken. Aufhören kann der Landwirt meist nur einmal.

 

Wir können alle Interessierten nur einladen, das Einsichtenfenster an der Kreisstraße zwischen Zemmin und Bentzin (K25) rege zu nutzen. Inormieren Sie sich über uns und unsere tägliche Arbeit. Unter den Kontaktmöglichkeiten im Impressum stehen wir auch gerne persönlich für Erklärungen zur Verfügung.

 

Für den dem es aufgefallen ist - Das Fenster wo nun die Einsichten gewährt werden, hing vor einem Jahr die Web Cam des Landesbauernverbandes MV, welche im Dezember zu einem Rinderbetrieb umgezogen ist. Schauen Sie auch gerne mal auf den unten angegebenen Link der i.m.a. - Dort sind alle Betriebe verzeichnet, welche ein solches Einsichten Fenster gewähren. Vielleicht ist in Eurer Nähe auch was dabei, oder ihr macht einfach mal beim nächsten Urlaub einen kleinen Abstecher dorthin ? ;-)

Längsseite des Stalles an der Kreisstraße zwischen Bentzin und Zemmin - hier werden Einsichten gewährt !

01.08.2016 - Die Presse berichtet ...

Artikel im Nordkurier vom 01.08.2016

Der CERES AWARD zieht seine Kreise ! Am Freitag rief uns der örtliche Redakteur des Nordkuriers an, dass er von der Deutschen Presseagentur Nachricht über unsere Teilnahme an der Preisverleihung bekommen hat. Darüber möchte er gerne berichten und besuchte uns am Freitag in Zemmin. Das Ergebnis seht ihr im Artikel selber. Dieses Mal hat der Reporter auch einmal unsere Mitarbeiter entsprechend erwähnt ! In jedem Gespräch mit der Presse spreche ich mit den Reportern über die Bedeutung unserer Mitarbeiter für unseren Betrieb. Leider wird dies aus Platzgründen oft aus den Artikeln herausgenommen bzw. findet keine Erwähnung !

 

Auch an dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen unseren Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement bedanken ! Eure Leistung für uns und unseren Betrieb ist für uns ganz und garnicht Selbstverständlich und wir wissen, wie wichtig Ihr für unser Gesamtkonzept und die Betriebsabläufe seit ! Jeder leistet seinen Teil zum Funktionieren des gesamten Betriebes und wir sind der Ansicht, dass wir ein sehr gutes Team auch für unsere zukünftigen Ziele haben. Das gemeinsam Erreichte ist zu großen Teilen Eurer täglichen professionellen Arbeit zu verdanken ! Vielen Dank   ;-) !!!

22.07.2016 - Erntebeginn in Zemmin

CR 9090 Raupe bei der Rapsernte 2016 in Zemmin

Da unsere Hybridgerste uns die starken Temperaturschwankungen um den Jahreswechsel mit Dauerregen und 18°C Plustemperaturen und dann ein schneller Temperaturabfall zwei Tage später auf -15°C verbunden mit starkem Ostwind mit Auswinterung dankte, können wir erst nun mit der Ernte im Winterraps beginnen, da wir die Wintergerste umbrechen mußten. Die Ernte ist wie erwartet sehr unterdurchschnittlich. Seit 2 Jahren ist uns politisch begründet mit dem Schutz der Bienen die Möglichkeit des Einsatzes einer insektiziden Beize im Raps genommen worden. Aufgrund der stark wüchsigen Bestände im Herbst 2015 und den milden Temperaturen, konnte die Kohlfliege (ein Schädling, den wir Landwirte nur durch eine Beizung nachhaltig eindämmen können) den Wurzelbereich stark schädigen. Dies führte dazu, dass mehr als 50 % aller Wurzeln teilweise stark geschädigt wurde. Gerade in Jahren mit einer ausgeprägten Trockenheit im Frühsommer, sind die Pflanzen nun nicht mehr in der Lage, ihre notwendigen Nährstoffe durch die Wurzeln aufzunehmen. Erträge unter 3 Tonnen je Hektar sind hier bei uns in Vorpommern in diesem Jahr die Regel. Normalerweise konnten wir durch die Züchtung neuer Sorten und unsere Erfahrung mit dem Rapsanbau stetig Erträge um die 5 to je Hektar einfahren. Damit war der Raps für uns sehr wirtschatlich und der Tourist in Mecklenburg Vorpommern konnte sich an den schönen gelben Rapsfeldern im Mai erfreuen. Durch das Fehlen der insektiziden Beizen muß jeder Landwirt nun selber abwägen, ob der Anbauumfang in Mecklenburg Vorpommern auch zukünftig beibehalten wird. Auch wir Landwirte können mit einer fehlenden Wirtschaftlichkeit einer Marktfrucht diese nicht anbauen. Wir sind Unternehmer und müssen mit dem Pflanzenbau Geld verdienen um unsere Aufwendungen bezahlen zu können.

 

Es ist für mich unerträglich, dass die Politik ohne einen wissenschaftlichen Beweis und nur aus Gründen der Vorsicht die einzige Schutzmaßnahme des Rapses gegen diese Art von Schädlingen untersagt. Ob den Bienen auf lange Sicht hin wirklich geholfen ist, wenn die Rapstracht fehlt stelle ich hier mal in Frage. Spricht man mit Imkern vor Ort, konnten diese keine Schädigungen ihrer Völker durch die Wirkung von insektizide Beize feststellen.

Fakt ist, dass seit 2 Jahren im Raps nicht mehr gegen Insekten gebeizt werden darf (z. B. die Wirkstoffgruppe der Neonikotinoide)  - Das Bienensterben ist jedoch nachweislich durch dieses Verbot nicht positiv beeinflusst worden ! Hier sollte die Politik ihre Entscheidung überdenken und nicht durch Verbote nachhaltig den Rapsanbau aus einer Hauptanbauregion durch verdammen. Es gibt hier bereits gute Ansätze - es wurde zum Beispiel durch die Tierseuchenkasse in MV ein Bienengesundheitsdienst eingerichtet, der die Imker in ihrer täglichen Arbeit fachlich unterstützt.

 

Die Beize ist nachweislich zudem die schonenste Pflanzenschutzmaßnahme, die wir Landwirte durchführen können. Das Verbot führt nun dazu, dass wir gezwungen sind höheren Aufwand beim Pflanzenschutz durch Spritzungen zu betreiben. Als Landwirt kann man über soviel fehlende Fachlichkeit nur den Kopf schütteln.

Drusch von Winterweizen in Zemmin - Der Ertrag schwankt zwischen 6 - 8 to / ha

Die Rapsernte war schnell abgeschlossen, nun sind wir im Winterweizen und parallel auch schon mal im Winterroggen. Beim Winterweizen konnten wir durch unsere Beregnung die Erträge retten, an den Stellen, wo die Beregnung nicht hingekommen ist, ging der Ertragszähler auf unter 3 to / ha. Dies wäre der Ertrag auf den leichteren Standorten gewesen, den die ausgeprägte Frühjahrestrockenheit hier ausgelöst hat. Hier kann man wieder sehen, dass unsere Investitionen in die Feldberegnung gerade in diesen extremen Jahren Früchte tragen.

 

Das Getreide wird gewogen und sofort vom Muldenkipper über unsere Gosse bzw. Förderbänder in den Silos oder Flachlagerhallen eingelagert. Auf den folgenden Bildern kann man das gut sehen

19.07.2016 - Teilnahme am "CERES AWARD"

Im zeitigen Frühjahr lief mir bei einer Internet Recherche der "CERES AWARD" erstmalig über den Weg. In einer Bundesweiten "Ausschreibung" wird von der DLZ und einigen anderen Instanzen der "Landwirt des Jahres 2016" gesucht. Es können sich Betriebe selber bewerben oder auch vorgeschlagen werden. Ein Preisgeld von 10.000 € wird ausgelobt, welches dann vom Sieger für ein öffentlichkeitswirksames Projekt der Landwirtschaft eingesetzt werden soll. Dieses Projekt wird von jedem Teilnehmer vorher vorgeschlagen. Es gibt 10 Einzelkategorien zu denen sich Landwirte bewerben konnten. Die jeweiligen 3 Endkandidaten jeder Einzelkategorie werden zum 18. Oktober 2016 nach Berlin zur "Nacht der Landwirtschaft" geladen um dann die von einer Jury ausgewählten Einzelsieger jeder Kategorie zu küren. Unter diesen wird dann letztlich dem Gesamtsieger, der Titel "Landwirt des Jahres 2016" verliehen.

Ich finde die ganze Herangehensweise sehr gut, da es viele Kategorien gibt, die die wirkliche Landwirtschaft in ihrer ganzen Bandbreite in vielem wiederspiegelt. Nach einer Phase der Überlegung und des Abwiegens von Vor- und Nachteilen innerhalb unserer Familie, trafen wir die Entscheidung, uns bei dem CERES AWARD zu bewerben. Wir wählten folgende Kategorien aus: Energielandwirt, Ackerbauer, Schweinehalter und Manager.

Uns war es hierbei explizit wichtig, dass wir uns ganz bewußt nicht als ein Landwirt beworben haben, sondern das Andreas und ich mit der gesamten Familie gemeinsam in den Kategorien antreten. Ich habe ausführlich die Bewerbungsunterlagen mit Hilfe unserer beider Frauen ausgefüllt, was entsprechend der Unterlagen nicht so einfach war, da diese sich immer auf eine einzelne Person bezogen.

Nach einiger Zeit rief mich ein Redakteur der DLZ an, der mir mitteilte, das wir in die engere Wahl kommen würden. Nach den Statuten könne aber nur ein Einzelbewerber teilnehmen. Wir sollten uns für einen von uns beiden entscheiden, der dann stellvertretend für unseren Betrieb in den Kategorien antreten solle. Nach Rücksprache mit unseren Familien, lehnte ich dies kategorisch ab. Dies trifft nicht die wahre Struktur unseres Unternehmens, in der umfassend alle Personen die beteiligt sind, wichtig sind. Unsere Stärke ist das Team, was wir zusammen mit unseren Mitarbeitern bilden. Also sagte ich mit dieser Begründung ab. Eine Einzelbewerbung wäre aus unserer Sicht einfach falsch.

Siehe da - Nach kurzer Zeit kam die offizielle Rückmeldung, dass unsere Bewerbung weiterhin Bestand hat, auch wenn wir stellvertretend für unseren Betrieb mit 2 Betriebsleitern antreten ! Des Weiteren kommen wir in der Kategorie "Manager" in die Endrunde und sind somit am 18.Oktober 2016 nach Berlin eingeladen. Es folgen nun Tagestermine mit Fotografen, Videodreh und dem Jurorentermin.

Heute waren den ganzen Tag Fotografen auf dem Betrieb, um mit Bildern diesen entsprechend darzustellen. Am Freitag kommt ein Filmteam, was uns und unsere Betriebsteile vor die Linse bringt.

Abschließend kommen Juroren auf unseren Betrieb, die sich selbst direkt ein Bild von uns und unserer täglichen Arbeit machen. Die Bewertung obliegt dann diesem Gremium.

Wir sind jetzt schon begeistert über unsere Teilnahme und freuen uns darüber, dass wir die Möglichkeit haben, teilnehmen zu dürfen. Eine derartige Öffentlichkeitsarbeit ist für uns Neuland - es macht uns aber auch sehr viel Spaß. Es ist für uns eine Ehre, so weit gekommen zu sein und hier auch stellvertretend für viele, viele Landwirte, die täglich ihr Bestes geben, Landwirtschaft zu repräsentieren. Wir Landwirte müssen viel mehr und öfter zeigen, was wir so den ganzen Tag machen und warum wir das tun, was wir tun und wie wir dies tun. Natürlich ist es keine Frage, das uns unsere Frauen nach Berlin begleiten, denn was sind wir schon ohne unsere Frauen !          ;-)

Um Euch zu informieren, klickt einfach auf den Link unter diesem Text !! Ich halte Euch auf dem Laufenden !!

 

10.07.2016 - Einsatz von Zeolith bei den Ferkeln

Seit einiger Zeit setzen wir bei den Ferkeln im Flatdeck in eigens dafür aufgestellten Automaten (siehe Bild) ein neues Futtermittel ein. Es kommt aus der Stoffgruppe der Zeolithe (altgriechisch für siedender Stein) und besteht aus fein vermahlenem Lavagestein. In der Theorie geht man davon aus, dass Zeolithe aufgrund ihrer Struktur eine riesengroße Oberfläche aufweisen und somit ein großes Aufnahmevermögen für allerlei Substanzen besitzen und aufnehmen können. Im besten Falle sollen dies entgiftende Eigenschaften sein. Es sollen freie Radikale im Verdauungstrakt, giftige Schwermetalle und toxische Pilzgifte aus den Futtermitteln gebunden werden. Es soll daher das Wohlbefinden steigern und den Körper von innen reinigen.

Landwirte sind grundsätzlich skeptische Zeitgenossen, uns natürlich eingeschlossen. Wir konnten jedoch feststellen, dass die Tiere zunächst das Pulver sehr gerne aufnehmen und sich auch damit beschäftigen. Sie wühlen förmlich in den kleinen Schalen und es macht ihnen sichtlich Spaß. Damit wäre ein für uns verpflichtender Bestandteil der Schweinehaltungsnutztierhaltungsverordnung mit dem Angebot dieses Pulvers erfüllt - Wir müssen unsere Schweine beschäftigen und organisch veränderbares Material anbieten: Gesagt - Getan.

Nach ca. 6 Monaten konnten wir für unseren Betrieb feststellen, dass die Tiere sehr gut auf das Zeolith reagieren. Die Zunahmen sind leicht gestiegen, wir benötigen deutlich weniger Antibiotika und die Tiere wirken zufriedener und ruhiger. Des Weiteren verbesserte sich die Luft in den Abteilen deutlich, da das Zeolith Schadgasbindende Wirkung in der Gülle hat und diese auch besser fließfähig hält. Also, deutliche Vorteile, die für das Produkt sprechen - Macht Euch selber ein Bild !!

 

05.07.2016 - Neuer "Mitarbeiter" im Betrieb

Unser inzwischen vierter Mähroboter erledigt ab heute seinen Dienst auf den beiden Biogasanlagen, um hier die ca. 3500 m² Gras zu mähen !

Ab heute wurde uns von einem Landmaschinenhändler unser inzwischen vierter Mähroboter installiert. Die anderen drei verrichten seit einigen Jahren zuverlässig ihren Dienst auf unseren privaten Rasenflächen. Dies funktioniert so gut, dass wir uns entschieden, auch auf den relativ großen Rasenflächen auf den Biogasanlagen einen Roboter laufen zu lassen. Das Gelände ist zwar etwas ruppiger als der gepflegte "englische Rasen" unseres Vaters, der Mäher kommt aber erstaunlich gut damit klar. Sein Arbeitstag geht von morgens um 08:00 Uhr geregelt bis 23:00 Uhr abends mit jeweils einer Stunde Mähzeit und einer Stunde Pause (Ladezeit). So mäht der Roboter munter vor sich hin. Wer es Leid ist, in seiner Freizeit "Rasen" zu mähen und statt dessen lieber was anderes macht, sollte sich den Kauf eines solchen "Gehilfen" echt überlegen. Das funktioniert wirklich gut !!

25.06.2016 - Hohe Temperaturen im Stall ?

Sprenkleranlage im Betrieb - Heute bekommen wir die Temperatur von 34°C Außentemperatur auf 27°C Abeilinnentemperatur herunter

Puh - Eine "Affenhitze" draußen, 34° Außentemperatur und kein Lüftchen geht - Unsere Lüftungsanlagen können nicht Zaubern. Sie können die Luft in den Ställen nur in hoher Leistung umwälzen und so für einen regen Luftaustausch sorgen. Die Tiere bekommen also jederzeit frische Luft bereitgestellt. Die Lüftungsanlage kann jedoch nicht die Temperatur herunterkühlen, so dass bei einer sehr hohen Lufttemperatur automatisch die Temperaturen in den Abteilen ansteigen. Gegen zu kalte Luft können wir mit Hilfe unseres Wärmenetzes aus den Biogasanlagen die Temperaturen optimal für jede Altersstufe erhöhen. Wie klappt das, wenn die Temperaturen zu hoch sind ?

 

Wir helfen uns mit einer aktiven Kühlung der Umgebungsluft mit Hilfe einer Sprenkleranlage ! Die Raumluft wird mit feinen kalten Wassertropfen befeuchtet. Dies hat den physikalischen Vorteil, dass die Umgebungstemperatur spürbar heruntergesetzt wird. Am heutigen Tage können wir so die Temperaturen für die Tiere im 110 kg Lebendgewichtsbereich um ungefähr 7 °C herabsetzen. Dies ist für die Tiere äußerst angenehm und wirkt wie eine Klimaanlage. Ein weitere Vorteil dieses Systems ist, dass Schweine es lieben mit Wasser zu spielen. Man sieht es auf den Bildern.

 

Schweine können nicht wie wir Menschen Schwitzen, den Tieren fehlen schlichtweg die Schweißdrüsen. So versuchen sie ihre Körpertemperatur wie Hunde durch intensives Hecheln zu regulieren, indem sie warme Luft abgeben. Dies ist aber für den Organismus eine große Belastung, da Hecheln sehr kraftraubend ist. Daher müssen wir Tierhalter den Tieren an diesen Tagen helfen und technisch dafür sorgen, die Umgebungstemperatur nicht zu hoch ansteigen zu lassen.

17.06.2015 - Fertigstellung unseres Verwaltungsgebäudes in Zemmin

Fertiggestelltes Verwaltungsgebäude auf dem Standort in Zemmin

Es ist vollbracht !

Nach ungefähr einem Jahr Bauzeit, haben wir unser neues Verwaltungsgebäude fertiggestellt und sind eingezogen. Von hier aus verwalten wir nun unsere Betriebe. Es wurde in diesem Atemzug unsere gesamte PC Technik, das Betriebsnetzwerk und die Servertechnik insgesamt erneuert. Wir haben einen Schulungsraum für bis zu 30 Personen, in dem wir auch größere Besuchergruppen versorgen können. Hier werden wir zukünftig Arbeitskreise, Versammlungen und Mitarbeiterschulungen durchführen. Als letztes haben wir die gesamte Befestigung und die Umzäunung fertiggestellt, so dass man nun auch trockenen Fusses in das Gebäude kommt.

 

Ich möchte allen beteiligten Unternehmen für die pünktliche und reibungslose Zusammenarbeit danken, die an dem Bau dieses Gebäudes beteiligt waren. Solche Bauvorhaben sind in der Abwicklung immer mit Kompromissen verbunden, die jedoch problemlos mit den Unternehmen abgestimmt und realisiert werden konnten. Dies ist nicht immer selbstverständlich. Nochmals vielen Dank dafür !

 

14.06.2016 -   Stickstoff (N)  -  Maisausgleichsdüngung Teilflächenspezifisch

Berechnete Karte zur teilflächenspezifischen Ausgleichsdüngung mit Stickstoff - Agrardienste Detlef Tornow, Tutow

Bei uns im Betrieb düngen wir sowohl organisch wie auch mineralisch die verschiedenen Kulturen teilflächenspezfisch. Es wird im Frühjahr ein sogenannter Düngeplan erstellt. Hierbei wird auf die unterschiedlichen Bodeneigenschaften Rücksicht genommen und versucht durch exakte Kenntnis der örtlichen Begebenheiten eine sogenannte Ertragszonenkarte zu errechnen. In diese Karte fließen sowohl die Bodenarten, die Bodenuntersuchung, Biomassekarten als auch die Ertragskarten des Mähdreschers und des Maishäckslers mit ihren jeweiligen Zahlen ein. Dadurch versuchen wir die Entzüge der jeweiligen Kulturen exakt vorauszusagen und so bedarfsgerecht zu düngen. Nach unserem Einsatz des betriebseigenen organischen Düngers (Gärreste aus der Biogasanlage) wird nun versucht, den fehlenden Stickstoff als Grundelement der Pflanzenversorgung in Form von AHL mit Schleppschläuchen über die Pflanzenschutzspritze an den farbigen Stellen auf der Karte in der jeweiligen Menge (siehe Legende) exakt zu platzieren. Die farblosen Stellen, welche bereits durch die organischen Dünger umfänglich und ausreichend gedüngt wurden, bekommen keine weitere Düngung. So werden von unseren ca. 450 ha Silomais nur ungefähr 54 ha nachgedüngt. Durch eine exakte Erfassung der Erntemenge und des Trockensubstanzgehaltes erfassen den Nutzen dieses Düngevorganges und sammeln daraus Rückschlüsse auf die nächste Ernte.

Durch diese teilflächenspezifischen Düngung, sind wir in der Lage die Pflanzen je nach Standort und Ertragspotential möglichst exakt auszudüngen, um sowohl eine Unter - als auch eine Überversorgung zu vermeiden. Nach unseren bisherigen Erfahrungen, werden die Ernten konstanter und die Qualitäten der Kulturen homogener.

25.05.2016 - Waldprojekt mit der Grundschule Tutow im Zemminer Wald

4. Klasse der Grundschule in Tutow beim Waldprojekt

Heute gab es für die 4. Klasse der Grundschule in Tutow etwas ganz besonderes - Einen Projekttag im Wald !!

 

Da in Demmin eine Waldolypiade für die Klasse ausgefallen ist,  wurden wir kurzerhand tätig. Wir boten der Klassenlehrerin Frau Meier an, diesen Tag einfach im Zemminer Wald zu verbringen. Gesagt - Getan !

 

Heute Morgen rückte ich mit dem Traktor in der Schule an und nahm auf unserem Jagdanhänger kurzerhand alle 19 Kinder nebst Klassenlehrerin und meiner Frau Heidi mit. Nach einer kurzen holprigen Fahrt trafen wir dann auf Frau Annerose Ellwitz und Herrn Hans Gerhard Ellwitz, die die Klasse in Empfang nahmen. Wir begrüßten die Kinder mit den Jagdhörnern und ein paar Jagdsignalen, da Wald und die Jagd für uns unvereinbar miteinander verbunden sind. Frau Ellwitz erklärte sich kurzerhand zur "Chefin" des heutigen Tages und übernahm die Führung. Es wurden viele Dinge den Kindern nahe gebracht. Die Bewohner des Waldes wurden anhand von Postern und ausgestopften Tieren gezeigt. Die Kinder mußten die typische Nahrung von Hirsch, Schwein und Reh sammeln und zuordnen. Es wurden Tastübungen an Baumrinde mit verbundenen Augen sowie Zeichnungen mit Wachsstiften angefertigt. Frau Ellwitz machte sogar ein Stöckesammeln für die Kinder zum Abenteuer und animierte diese zu immer neuen Spielen. Es wurde ein Waldsofa gebaut, welches den Kindern Platz gab. Ganz nebenbei entdeckten wir einen wilden Müllhaufen. Leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, die meinen, das der Waldbesitzer und die Waldbewohner sich freuen, wenn Autoreifen, alte Bremsscheiben und anderer Unrat hier abgelegt werden - Nein, die freuen sich nicht und wir konnten den Kindern erklären, dass dies sogar ein hohes Verletzunsrisiko für das Wild darstellt. Kurzerhand wurde der Müll auf meines Vaters Papamobil geladen und von uns entsorgt. Zum Abschluss mußten die Kinder ein Nest bauen, welches dann mit einem rohen Ei bestückt kurzerhand von einem Drückjagdbock geworfen wurde - Ziel war es, das Ei heil nach unten zu bekommen. Dies schafften alle Gruppen, nur ein Ei bekam einen kleinen Riß so dass sich der Jagdhund von Ellwitz daran erfreute, das geborstene Ei zu verspeisen. Auf dem Rückweg konnten die Kinder ein kleines Bild auf doppelseitigem Klebeband erstellen mit Blumen, Blättern und anderen Dingen die sie so fanden. Nach einem großen Applaus für Frau Ellwitz, ging die hoppelige Rückfahrt unter lautem Gesang der Kinder zurück zur Schule. Es war ein schöner Tag - trotz der vielen, vielen Mücken und dem ausgiebigem Verbrauch an chemischen Mückenabwehrmittelchen ...

 

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Frau Annerose Ellwitz und Ihrem Mann Hans Gerd Ellwitz.

 

Es ist für uns nicht selbstverständlich, dass jemand seine Freizeit opfert, um den Mitmenschen die Jagd und den Wald zu erklären. Wenn man aber die leuchtenden Kinderaugen gesehen hat, die vor Begeisterung strahlten, weiß man, warum man diese Tage mit den Kindern zusammen organisiert und genießen kann.

 
Ich stelle eine Bildergalerie für Euch hinter diesen Bericht - überzeugt Euch selber, was das für ein Spaß sein kann, Kindern den Wald oder auch der Landwirtschaft nahe zu bringen - Es liegt an uns ....
 
 

 

 

 

 

 

 18.05.2016 - Durchforstungsarbeiten mit dem Harvester im Zemminer Wald

Harvester im Zemminer Wald

Im Mai rückte in unserem Wald in Zemmin ein Harvester an. Es müssen dringend Durchforstungsarbeiten durchgeführt werden, da aufgrund des Eschentriebsterbens in den letzten 3 Jahren das Hauptaugenmerk auf der Esche lag, sind andere Waldbereiche weniger beachtet worden. Hier wird es jetzt Zeit. Diese Durchforstungen werden gemacht, damit die Zukunftsbäume welche bei Ihrer Fällung hohe Erlöse durch gute Holzqualitäten erbringen sollen den notwendigen Platz haben und einen hohen Zuwachs bringen. Hierfür müssen andere Bäume weichen, was mit dieser Forstmaschine gemacht wird. Zu beachten sind bei diesem Gerät die Ketten, da so ein schweres Gerät schnell genau wie im Ackerbau Verdichtungsschäden im Boden hinterlassen kann, wird auch hier auf sorgsamen Umgang mit der Ressource Boden geachtet. Der Einschlag soll möglichst schonend erfolgen. Es soll eine Holzmenge von ungefähr 2.000 Raummetern geschlagen und in Polder gerückt werden.

06.05.2016 - Agrarantrag und die Tücken des amtlichen Alltags !!

Programm Agro View zur Erfassung der Schläge, Landschaftselemente und Gebiete mit Schutzstatus

Heute möchte ich eine Beschreibung unseres Agrarantrages, welcher die Grundlage zur Zahlung unserer Preisausgleichszahlungen (EU - Prämien) ist, in Wort und Bild geben. Jeder Landwirt, ob Haupt - oder Nebenerwerbslandwirt, muß bis in diesem Jahr bis zum 17. Mai einen Agrarantrag vollständig ausfüllen und Online an die zuständigen Stellen seines Bundeslandes übertragen. Wohl dem, der für diese Aufgabe ein schnelles Internet zur Verfügung hat.

In diesem Agrarantrag werden viele betriebsbezogene Daten erfasst und bestätigt. Betriebsform, aktiver Betriebsinhaber,  HIT Betriebsstätte (Ort der Tierproduktion), Betriebsprofil (Konventionell oder Ökologische Produktion, Gemüseanbau, Einsatz von Wirtschaftsdünger, Obstbau, Dauerkulturen, Einsatz tierischer Nebenprodukte, Lagerstätten für Mineralöl, Treibstoffe oder Pflanzenschutzmittel, Bewässerung, Kontoverbindung des Geschäftskontos, Anlage Tierhaltung, Antrag auf Direktzahlungen (Junglandwirt, Basis- inkl. Greening und Umverteilungsprämie) Antrag Kleinerzeuger, Zuweisung von Zahlungsansprüchen, Antrag auf Landesmaßnahmen, Flächenerfassung usw sind so einige Schwerpunkte, welche wahrheitsgemäß angegeben werden müssen. Auf alle diese Dinge detailliert einzugehen würde zu weit gehen, und jedem den Schlaf in die Augen treiben.

Ein Landwirt sitzt jedoch jährlich mehrere Tage an diesem Antrag, da sich dieser natürlich aufgrund der sich ständig reduzierenden Bürokratie verändert und das eine oder das andere Formular durch den Bürokratieabbau "dazu" (!!) kommt. Natürlich muß dieser wichtige Antrag (Beinhaltet mehrere Anträge im Antrag !) in der Hauptschaffenszeit eines Landwirtes (Frühjahrsbestellung)ausgefüllt werden. Schaue ich aus dem Fenster, sehe ich unsere 7 Traktoren auf dem Schlag 008 gegenüber ihre Bahnen ziehen. Ich falle in diesem Zeitraum als Arbeitskraft aus, da ich den "Bürokram" machen muß der nach dem vollständigen Ausdruck ca. 30 - 40 Seiten pro Betrieb ausmacht. In diesem Jahr wird der Antrag nur noch Online bearbeitet und übertragen. Die Weitere Neuerung ist, dass die Schläge, egal wie groß diese einzeln sind, mit einer Genauigkeit von vier Stellen hinter dem Komma einzutragen sind. Es sollten keine Überschneidungen mit den sogenannten Feldblöcken (vom zuständigen Amt festgelegte Aussengrenzen der Schläge) und Klaffungen sowie mit Grenzen von Nachbarn auftreten. Ansonsten gibt es in der sogenannten "Pre Check" Phase nach dem 30. Juni Post vom Amt für Landwirtschaft, in dem unter Fristsetzung dieser Zustand abzustellen ist. Hat man bis zum jetzigen Zeitpunkt kein gutes nachbarschaftliches Verhältnis mit seinem Nachbarn, sollte man diesen Zustand nun ändern. Diese Genauigkeiten sind nur mit Hilfe genauester Vermessungstechnik und Absprachen unter gegenseitigem Austausch der sogenannten Antragspoligone möglich. Schauen wir mal, wie genau ich gearbeitet habe und wieviele Briefe ich nach dem 30. Mai vom Amt bekomme !!

18.04.2016 - Aussaat des Maises und Düngung mit Gärresten aus den Biogasanlagen​

Maisaussaat mit der Rapid - Zeitgleich wird ein Unterfußdünger mit einem schwefelhaltigen Ammoniumdünger ausgebracht

Es ist wieder soweit - Die Frühjahrsbestellung hat für uns begonnen. Ab heute wird der Mais in unserem Fall gedrillt. Ja, richtig gelesen - bei uns wird der Mais mit einer Universaldrillmaschine gedrillt und nicht wie bei vielen anderen Landwirten mit einer Einzelkornsähmaschine. In unserem Fall liegen die Vorteile auf der Hand: Wir können in unserem Mulchsaatsystem die eigene Drillmaschine verwenden, die dadurch eine hohe Auslastung bekommt. Wir haben eine flächendeckende Bodenbearbeitung direkt beim Sähvorgang und können so ein optimales Saatbett schaffen. Ein weiterer Vorteil liegt in der hohen Schlagkraft. Die Rapid kann trotz ihrer 4m Arbeitsbreite bis zu 40 ha am Tag in einer normalen Schicht drillen, da Geschwindigkeiten bis zu 14 km/h problemlos möglich sind. Dies sind bis zu 5 ha pro Stunde. Der Unterfußdünger wird mittig zwischen zwei Sähreihen aus einem Zweitanksystem ungefähr 5 cm unter der Maisreihe abgelegt. Wir verwenden lediglich 100 kg Ammoniumsulfatsalpeter (ASS), damit der Mais einen schnellwirkenden Stickstoffdünger zum Auflaufen zur Verfügung hat. Diese Düngermenge enthält lediglich 26 kg Gesamtstickstoff und 13 kg wasserlöslichen Schwefel pro ha ! Der Restbedarf an Nährstoffen wurde bereits vorweg mit Gärresten aufgebracht und eingearbeitet. Auf diese Weise benötigen wir lediglich 13 % des Gesamtstickstoffes mineralisch, was wir auf dem Markt kaufen müssen. Die gesamten restlichen Nährstoffe haben wir im Betrieb. Folgende Maissorten werden in diesem Jahr in unserem Betrieb angebaut: Atletico (KWS); AgroVitallo (Agromais) und AgroGas (Agromais). Diese Sorten haben sich bei uns bewährt und sichern uns hohe Erträge. Des Weiteren machen wir eigene Anbauversuche, für die uns die Saatgutindustrie neue Sorten liefert. Hier können wir für uns in Frage kommende Maissorten testen und unter unseren Bedingungen erproben.

Der Aussaat geht ein tiefgründiger Grubberstrich mit dem Horsch Tiger voran, sowie ein flachgründiger Exaktgrubber, welcher die Zwischenfrüchte intensiv einmischt.

Wie sie vielleicht erkennen können, sind alle Maschinen für die Bodenbearbeitung mit einer automatischen Lenkung mittels GPS ausgestattet. Die Spurreisser bleiben oben. Die Fahrer werden entlastet, da die Elektronik das exakte Lenken übernimmt. So kann sich der Mitarbeiter voll und ganz auf die Maschine konzentrieren. Dies entlastet den Fahrer und das Arbeitsergebnis ist deutlich besser. Der Kostenvorteil liegt bei umfänglicher Nutzung bei ca. 10 %.

15.04.2016 - Ausbringung von organischem Dünger vor Mais

Fendt 826 mit 24 cbm Bruns Vakkuum Tankwagen und 9 m Schleppschlauchverteiler

Der Maissaussaat geht die Andüngung mit unseren organischen Düngemitteln voraus. Bei uns steht die Ausbringung der Gärreste an. Nachdem wir ungefähr 300 ha Wintergetreide organisch angedüngt haben, beginnt nun die Ausbringung zur Maisaussaat. Mit der organischen Düngung bringen wir unsere gesamten Grunddünger zur jeweiligen Kultur aus. Wir brauchen Phosphor, Kalium und Magnesium nicht mehr zukaufen ! Des Weiteren enthalten unsere Gärreste hohe Calcium Gehalte so dass wir auch nur noch geringfügig nach Bodenanalyse Kalkungen durchführen müssen. Dies wird nach GPS teilflächenspezifisch durchgeführt. Auch das Gärrest wird bedarfsgerecht nach Ertragszonenkarten in teilbereichen ausgebracht. Der Fahrer hat ein GPS geregeltes Terminal, auf dem Karten hinterlegt sind auf dem ihm die entsprechenden Ausbringmengen und die Geschwindigkeit vorgegeben werden. Des Weiteren hat er ein fest installiertes Lenksystem auf dem Schlepper, welches ihm das Fahren in Beeten sowie das Fahren in Konturen ermöglicht. So wird kein Fleckchen vergessen und das Anschlussfahren geschieht ohne Überlappung.

In diesem Jahr bewähren sich unsere neuen Gärrestlagerbehälter mit einer automatisierten Entnahme über Andockstationen. Hier müssen die Fahrer nicht mehr aussteigen sondern können die Andockvorgänge vollhydraulisch und per Fernbedienung auslösen. Dies schont den Rücken und motiviert die Fahrer, da ein ständiges raus und rein in die Kabine entfällt. Diese Anlagen kosten zwar in der Anschaffung mehr Geld, aber wir Landwirte müssen für unsere Mitarbeiter das bestmögliche Arbeitsfeld schaffen. Hier ist moderne Technik Vorraussetzung !

01.04.2016 - Ausstallung von 170 Mastschweinen

Mastschweine auf der Ausstallrampe eines unserer Mastställe - Gleich gehts ab nach Perleberg

Heute möchte ich Euch mal ein paar Bilder von einer Ausstallung am 01.04.2016 zeigen, welche ich parallel zur Verladung per Smartphone gemacht habe. Es wurden heute 170 Mastschweine verladen. Wir sind von unserem Betrieb bei der Verladung immer zu Dritt. Zwei sortieren die Tiere direkt in der Buchte und einer treibt die Tiere über die Treibegänge direkt bis zur Ausstallrampe, an der der LKW hält. Dort übernimmt der Fahrer die Schweine und treibt sie immer in der Stückzahl, welche die jeweilige Abteilung seines Lasters nach Verordnung zuläßt. Dies sind maximal 15 Tiere. Die Tiere werden nach Möglichkeit in der Gruppe zusammengelassen, in der sie sich kennen, um Beißereien und Rangkämpfe auszuschließen. Die Striche auf den Rücken bekommen die Tiere von mir und meinem Bruder Andreas immer tags zuvor, in dem wir die Tiere nach Schlachtreife markieren und gleich mit einem Betriebsschlageisen und der Betriebsnummer auf jeder Schulter des Tieres markieren.  Hierdurch ist eine Rückverfolgung auch nach der Halbierung des Tieres im Schlachthof möglich. Das Ausstallen und das Auszeichnen der schlachtreifen Mastschweine ist eine Aufgabe, bei der Andreas und ich nach Möglichkeit immer dabei sind, um spätere Streitereien mit den Händler oder dem Schlachthof Argumente entgegen halten zu können. Vor der Verladung bekommen die Tiere ca. 20 Stunden kein Futter mehr, damit die Schweine nüchtern zur Schlachtung gebracht werden. Dies vereinfacht die Vorgänge auf dem Schlachthof und die Tiere sind weniger Stressanfällig für den Transport und die Verladung.

Auf diese Art und Weise verladen wir 2 x die Woche jeweils ca. 170 Mastschweine mit verschiedenen Händlern. Nach dem Ausstallen werden die Treibegänge und die Ausstallrampe immer sofort gereinigt. Hygiene ist in der modernen Tierhaltung immer noch der wichtigste Aspekt !!

 

 

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