Schweinehaltung auf zwei Standorten

Überflug 2013, man sieht bereits die installierte PV Anlage auf allen Dächern

Die Schweinehaltung wurde uns durch unseren Vater bereits in die Wiege gelegt. Bereits in Niedersachsen hat er Mastschweine gehalten. So war es für uns selbstverständlich, dass wir auch in Zemmin Mastschweine halten wollen. So wurde 1994 der erste Maststall in Betrieb genommen. Zubau erfolgte 2001, 2006 und 2010 auf den heutigen Bestand.

Die Schweinehaltung wird nach den Statuten des QS -  Systems betrieben. Die aktuellen Zertifikate finden Sie weiter unten. 

Seit 1999 betreiben wir in Völschow eine eigene Sauenhaltung. Hier züchten wir die Mastferkel, welche wir dann am Standort Zemmin mästen. An diesem Standort können wir das gesamte Futter für den Bedarf eines Jahres lagern und wöchentlich frisch nach dem jeweiligen Bedarf der Tiere mahlen und mischen. Dies hat den Vorteil, dass wir den Tieren keine ständigen Wechsel der Getreidechargen, die durchaus mit Risiken verbunden sein können, zumuten müssen. Es wird nach Möglichkeit selbst angebautes Getreide verwendet. An diesem Standort arbeiten 4 Mitarbeiter, welche durch moderne Tierhaltung ganzjährig angstellt werden können. Diese können die Tiere optimal betreuen.

Gruppenhaltung der Sauen in der Trächtigkeitsphase

Die Sauen werden in Gruppen gehalten. Sie haben jederzeit freien Zugang zu Futter und Wasser. Diese vorgeschriebene Haltungsform stellt den Sauenhalter seit 2013 durchaus vor neue Herausforderungen, da die Sauen ihre Ränge immer wieder auskämpfen, was zum Abstoßen der Föten führen kann. Auch kommt es durch die Rangeleien zu Verletzungen, welche eventl. behandelt werden müssen. Diese Probleme kannte der Sauenhalter vorher nicht, da die Sauen in sogenannten Kastenständen aufgestallt waren. Wir stellen uns der für uns neuen Situation und sammeln zur Zeit Erfahrungen mit der Gruppenhaltung, um dann gezielt Probleme durch Verbesserungen der Aufstallungen lösen zu können.

Einblick in die Abferkelung - Parallelaufstallung zur besseren Übersichtlichkeit

Die Abferkelung findet in der sogenannten Parallelaufstallung statt. Die Sauen sind während der Säugezeit in sogenannten Ferkelschutzkörben fixiert. Diese bewirken, dass die Sauen durch ruckartiges hinlegen ihre eigenen Ferkel nicht erdrücken. Ohne diese Technik, entstünden schnell bis zu 15 % Erdrückungsverluste bei den Würfen. Die Sauen liegen übersichtlich am Zentralgang, so dass die Mitarbeiter die Ferkel gut im Blick haben und auftretende Probleme sofort erkennen können.

"Peep" Show mit den Ebern - Die Sauen werden auf diese Weise stimuliert.

Dieses Bild zeigt eines der Deckzentren. Die Sauen werden durch Eber stimuliert, die am Kopfende der Sauen zeitweise frei laufen. Dies regt die Rausche an. Die Besamung erfolgt künstlich durch die eigenen Mitarbeiter. Wir setzen bei der Mutterlinie die sogenannte Dänische Genetik ein. Diese Genetik sorgt für hohe Zunahmen und Frohwüchsigkeit. Die Sauen haben gute Muttereigenschaften. Als Vater wird ein Duroc Eber angepaart. Der Eber bringt die notwendige Gesundheit und Robustheit mit. Die Genetik ist die Grundlage für eine gesunde und robuste Herde.

Kinderstube der Ferkel - Das sogenannte Flatdeck

Hier sehen Sie in das sogenannte "Flatdeck". Diese Abteile sind der Kindergarten für die Ferkel. Die Ferkel werden nach dem Absetzen (Trennung von der Mutter) hier ab dem 28. Lebenstag aufgezogen. Die Abteile sind genau auf die Bedürfnisse eines Babyferkels ausgelegt: Heizplatten sorgen für behagliche Wärme vom Boden aus. Die Fütterung wird mittels flüssigem Breifutter bis zu 16 x täglich frisch angeboten und sensorgesteuert verabreicht. Ausreichend Tränken sorgen für frisches Wasser für die Tiere nach freiem Belieben. Die Einstallraumtemperatur beträgt hier 32°C und wird regenerativ mittels Abwärme von der Biogasanlage erzeugt.

Vormastabteil als Vorstufe zum Maststall

Nach weiteren 35 Lebenstagen werden die Mastläufer dann in das sogenannte Vormastabteil für weitere 28 Tage umgestallt. Dies Abteil wird mit Einstalltemperaturen ab 25°C ebenfalls regenerativ beheitzt. Der Betonspaltenboden mit einer engeren Schlitzweite sorgt bereits im frühen Lebensalter dafür, dass die Klauen abgerieben werden. So bekommen die Ferkel robuste Fundamente für den gesamten Lebenszeitraum. Die Tiere sind am Ende dieses Mastabschnittes 91 Tage alt und wiegen ca. 30 kg.

Mastabteil - Mastschweine kurz vor der Schlachtung

Hier sehen Sie in eines unserer Mastabteile. Die Tiere verbringen hier ungefähr 80 bis 90 Lebenstage. Sie haben freien Zugang zu Futter, Wasser, Spielzeug und werden voll klimatisiert ihren Ansprüchen entsprechend gehalten. Das Futter wird weitgehend im eigenen Ackerbau hergestellt. Hier wird Weizen, Gerste und Roggen angebaut, selber gelagert und täglich frisch vermahlen und angemischt. Zukaufsfuttermittel ist bei uns das Sojaextraktionsschrot (HP) und das Rapsexktrationsschrot als Proteinfuttermittel, Kartoffeldampfschalen aus der Lebensmittelherstellung und eine Mineralstoffmischung vom Futtermitelhändler. Ab dem 75 igsten Lebenstag werden 10 - 20 % der Tiere zur Schlachtung verkauft. Diese sogenannten Vorspringer wachsen schneller als Ihre "Kollegen". Um diese Tiere im optimalen Gewichtsfenster von 115 - 120 kg lebend verkaufen zu können, ist dies unbedingt notwendig. Die verbleibenden Tiere erhalten durch das Absuchen zusätzlichen Platz. Wir vermarkten unsere Schweine zur Zeit über 2 Viehhändler.

Noch mehr Einblick gewährt ein Einsichtenfenster direkt an der Hauptstraße zwischen Zemmin und Bentzin. Dort gewähren wir an der Fensterfront direkte Einsicht in verschiedene Mastabteile eines unserer Ställe. Hier ist jederzeit Einsicht möglich, ohne vorher Termine mit uns abzustimmen. Für die Kleinsten unter uns, ist dort ein Tritt von uns errichtet worden, welcher auch Ihnen einen Blick in ein Mastabteil ermöglicht. 

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